Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

CASA C-207 Azor

Das zweimotorige Verkehrs- und Transportflugzeug CASA C-207 "Azor" sollte auf Mittel- und Kurzstrecken in Spanien 30 bis 40 Passagiere befördern. Abgeleitet wurde das Propellerflugzeug mit Kolbenmotor von der CASA C-202 "Alcotán". Entwickelt wurde die "Azor" als Tiefdecker in Ganzmetall-Halbschalenbauweise. 1951 beauftragte die spanische Regierung die Construcciones Aeronáuticas SA (CASA) mit dem Bau von zwei Prototypen, die in Getafe gefertigt wurden.

Der Prototyp flog das erste Mal am 28. September 1955. Hergestellt wurden insgesamt 22 Maschinen - neben den beiden Prototypen zwei Serien mit je zehn Flugzeugen. Im Gegensatz zur C-201 "Alcotán" und der C-202 "Halcón" scheiterte das Projekt der C-207 nicht an der Frage des Triebwerks. Obwohl die Idee für die "Azor" ursprünglich geboren worden war, um einen 1300 PS starken Antrieb von ENMASA einsetzen zu können, wurde zunächst ein Motor von Pratt & Whitney verwendet. Schließlich kam der 2040 PS starke Antrieb Bristol "Hercules" zum Einsatz. Dergestalt ausgestattet konnte die aerodynamisch wohl geformte C-207 "Azor" eine Reisegeschwindigkeit von 350 km/h erreichen. Sie übertrumpfte sogar die Douglas DC-4 mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 450 km/h.

In ihrer ursprünglichen Rolle als Passagierflugzeug wurde die C-207 nie eingesetzt. Keine Fluggesellschaft schaffte das Muster an. Das Jetzeitalter hatte begonnen, außerdem setzten andere Hersteller verstärkt Turboprops ein. Eine Umrüstung war im Fall der C-207 nicht möglich. Da die staatliche Fluggesellschaft Iberia als Käufer ausfiel, sprang die spanische Regierung ein und beschaffte zunächst zehn Maschinen für die Ejército del Aire, die Luftwaffe. Die erste Serie, die C-207 A - von der Luftwaffe als T.7A geführt - transportierte 40 Soldaten. 1960 folgte eine zweite Serie von ebenfalls zehn Maschinen, die C-207-C (Bezeichnung der Luftwaffe: T.7B), die mit einer großen Frachttür versehen waren. Sie war für den Transport und das Absetzen von bis zu 37 Fallschirmjägern gedacht, konnte aber auch als Frachter eingesetzt werden. Die C-207-C konnte bis 3350 Kilogramm an Nutzlast mitführen. Die Rolle als Sanitätsflugzeug war ebenfalls möglich. Der Erstflug der C-207-C "Azor" fand am 30. Oktober 1961 statt.

Produziert wurde die "Azor" bis 1967. Bis in die 80er Jahren befanden sich noch einige C-207 im Dienst beim 35. Geschwader des Lufttransportkommandos in Madrid-Getafe. Die CASA wollte aus der C-207 eine viermotorige Kurzpistenversion entwickeln. Der CASA C-212 "Aviocar" wurde stattdessen der Vorzug gegeben, die die "Azor" ablöste.

Technische Daten

CASA C-207 Azor

Länge: 20,9 m
Höhe: 7,8 m
Spannweite: 27,8 m
Tragflügelfläche: 85,80 m2
Startmasse: 16500 kg
Triebwerk: 2 x Bristol "Hercules 730"
Leistung: 2 x 1500 kW
Höchstgeschwindigkeit: 455 km/h
Reichweite: 2600 km
Passagiere: 30 - 49 Besatzung:

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