In den achtziger Jahren bildete die Kombination der Namen Messerschmitt, Bölkow und Blohm die Firmenbezeichnung für das größte Unternehmen der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Hinter diesen drei Namen standen allerdings noch viele weitere deutsche Traditionsfirmen mit rund achtzigjähriger Erfahrung im Flugzeugbau.
MBB entstand durch die Fusionen von insgesamt vier Firmensträngen: Die Bayerischen Flugzeugwerke von 1926 hatten den Udet- und Messerschmitt-Flugzeugbau wieder aufgenommen und wurden 1938 zur Messerschmitt AG. Nach dem Krieg übernahm die von Messerschmitt und Heinkel gegründete Flugzeug- Union-Süd GmbH die auf dem Gebiet der DDR nicht fortgeführte Junkers-Linie. Unter dem Firmennamen Junkers wurden in den 60er Jahren Raumfahrtaktivitäten aufgenommen. Die 1956 gegründete Bölkow- Entwicklungen KG nahm über Beteiligungen die Siebel-Linie und den Waggon- und Maschinenbau Donauwörth (WMD-SIAT) auf. Hinter dem Namen Blohm stand der von Walther Blohm, einem der bekanntesten Werftbetreiber (Blohm und Voss), der 1933 die Hamburger Flugzeugbau GmbH (HFB) gründete. Der vierte Strang schließlich waren die Vereinigten Flugtechnischen Werke (VFW), zu denen die Traditionsfirmen Albatros, Heinkel, Focke-Wulf, Rohrbach und Weserflugzeugbau gehörten. Hinter dem Zusammenschluss zu MBB stand nicht zuletzt der Anspruch der Bundesregierung, die Kapazitäten der zersplitterten deutschen Luftfahrtindustrie zu bündeln. Ein Anfang war 1959 die Gründung des Entwicklungsring Süd (EWR), in dem die Firmen Bölkow, Heinkel und Messerschmitt gemeinsam das senkrecht startende Experimentalflugzeug VJ 101 entwickelten. Ein Pendant dazu bildete in Norddeutschland der 1961 aus HFB, Focke-Wulf und Weserflugzeugbau entstandene Entwicklungsring Nord (ERNO). Dieser wurde dann durch seine Raumfahrtaktivitäten international bekannt.
Zur ersten Firmenzusammenlegung kam es 1968: Messerschmitt und Bölkow fusionierten. Der Sitz war in Ottobrunn, Ludwig Bölkow war Geschäftsführungsvorsitzender, Willy Messerschmitt Vorsitzender im Aufsichtsrat. Bereits ein Jahr später schloss sich der Hamburger Flugzeugbau an, es entstand Messerschmitt-Bölkow-Blohm. Die MBB GmbH hatte nun zwölf Standorte mit insgesamt 20 000 Mitarbeitern. Der Umsatz betrug mehr als 900 Mio DM. HFB-Chef Werner Blohm wurde Mitglied der MBB-Geschäftsleitung. Mit dieser Fusion lag dann auch die unternehmerische Führung der Deutschen Airbus GmbH bei MBB.
Bereits 1965 waren erste Gespräche zwischen Ludwig Bölkow und General Puget, dem Chef der französischen Sud Aviation, über die gemeinsame Entwicklung eines europäischen Großraumflugzeugs geführt worden. Am 2. Juli 1965 hatten die Firmen Bölkow, Dornier, HFB, Messerschmitt und VFW beschlossen, gemeinsam mit den Vorarbeiten für ein derartiges internationales Projekt zu beginnen. Im September 1967 stellten dann die deutschen Firmen die Weichen für die nationale Zusammenarbeit an diesem Programm und gründeten die Deutsche Airbus GmbH, die den deutschen Anteil an dem europäischen Flugzeugprogramm übernahm. Nach der Fusion von 1969 hatte die Deutsche Airbus dann nur noch drei Gesellschafter: MBB mit 60% sowie Dornier und VFW mit jeweils 20%. Zur Gründung des europäischen Konsortiums Airbus Industrie mit Sitz in Toulouse kam es 1970 zwischen Deutscher Airbus und französischer Aerospatiale, die mittlerweile durch den Zusammenschluß von Nord Aviation, Sud Aviation und SEREB entstanden war. 1972 beteiligte sich die spanische CASA an dem Programm, 1979 kam British Aerospace hinzu. Seitdem verfügten die deutschen und französischen Partner über jeweils 37,9% der Anteile am Airbus-Programm, der englische Partner war mit 20%, der spanische mit 4,2% beteiligt.
1981 wurde VFW, 1969 mit dem niederländischen Flugzeugbauer Fokker zu VFW-Fokker fusioniert, 1980 jedoch wieder eigenständig, in MBB integriert. In den Folgejahren baute MBB seine Position als größter deutscher Systemführer für Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungstechnik weiter aus. 1988 hatte MBB 40 000 Mitarbeiter an 18 Standorten und nahm unter den europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen die dritte Stelle ein. Im Dezember 1989 wurde MBB von der damaligen Deutsche Aerospace AG übernommen.