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Starkes Wachstum auf dem Flugzeugmarkt bis 2023: Mehr als 17300 neue Flugzeuge im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar werden benötigt

Toulouse, 14  Dezember  2004

Die jüngste Marktprognose für den weltweiten Flugzeugmarkt (Global Market Forecast) von Airbus kommt zu dem Ergebnis, dass Fluggesellschaften im Zeitraum von 2004 bis zum Jahr 2023 mehr als 17 300 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar benötigen werden.

Airbus geht davon aus, dass in den kommenden 20 Jahren 16 600 neue Passagierflugzeuge mit mehr als 100 Sitzen gebraucht werden, was einer durchschnittlichen Auslieferungsrate von 830 Verkehrsflugzeugen jährlich entspricht. Dieser Bedarf ergibt sich aus einer Verdreifachung des Passagieraufkommens bzw. einem durchschnittlichem Wachstum bei den verkauften Sitzplatzkilometern (RPK) von jährlich 5,3 Prozent und dem gleichzeitig notwendigen Ersatz von 9 200 Passagierflugzeugen mit höherem Treibstoffverbrauch bis zum Jahr 2023.

Auf dem Luftfrachtsektor wird im gleichen Zeitraum sogar ein noch schnelleres Wachstum erwartet, wobei Steigerungsraten von jährlich 5,9 Prozent bei den Frachttonnenkilometern (FTK) einen Bedarf an mehr als 700 neuen und 2 400 umgerüsteten Frachtern entstehen lassen.

Der berechnete Zeitraum bezeichnet somit die stärkste Wiederbelebung des Verkehrswachstums seit 1980, was die große Elastizität der Branche gegenüber den Auswirkungen aktueller Weltereignisse unterstreicht.

Die starke wirtschaftliche Entwicklung des asiatisch-pazifischen Raums (vor allem in verschiedenen dynamisch wachsenden Ländern) und der zunehmenden Einfluss von Niedrigpreisfluggesellschaften auf allen Binnenmärkten wird wesentlich zu diesem Wachstum beitragen. Die für 2023 prognostizierten neun Billionen RPK werden dabei hauptsächlich in Europa (32 Prozent), im asiatisch-pazifischen Raum (31 Prozent) und in Nordamerika (26 Prozent) erwirtschaftet.

Um der Verdreifachung des Passagieraufkommens gerecht zu werden, wird die Zahl der Flüge auf den Passagierverkehrsstrecken und die Zahl der in Dienst stehenden Verkehrsflugzeuge in zwanzig Jahren mehr als verdoppelt werden, wobei gleichzeitig größere Flugzeuge zum Einsatz kommen. Airbus rechnet daher damit, dass die Durchschnittszahl der Sitze pro Passagierflugzeug im genannten Zeitraum um 20 Prozent von 181 auf 215 steigen wird.

Die Nachfrage nach Flugreisen wird die Expansion des internationalen Verkehrs durch Entwicklung neuer Routen und durch Konsolidierung der wichtigen Verkehrsdrehscheiben nach sich ziehen. Treiber für dieses Verkehrswachstum werden vor allem die zunehmende Konzentration von Bevölkerung, Wohlstand und industriellen Aktivitäten und der Wunsch nach niedrigen Flugpreisen sein.


Nicht weniger als 1 650 neue große Passagier- und Frachtflugzeuge werden in den nächsten 20 Jahren benötigt; ihr Gesamtwert von 416 Milliarden US-Dollar entspricht dabei einem Anteil von 22 Prozent am Wert aller neuen Flugzeuge, die in diesem Zeitraum ausgeliefert werden. 1 250 der neuen Passagierflugzeuge werden 450 oder mehr Passagieren Platz bieten, und mehr als die Hälfte davon werden die Ballungsgebiete des asiatisch-pazifischen Raum bedienen. Neue Supergroßraum-Passagierflugzeuge, die größer, geräumiger und wirtschaftlicher sind, als heute fliegende Flugzeuge, werden es den Fluggesellschaften ermöglichen, die steigende Nachfrage nach Flugreisen trotz der zunehmenden Verkehrsdichte in der Luft und am Boden zu erfüllen —mit niedrigeren Betriebskosten, so dass die Airlines gleichzeitig in der Lage sind, auf den sich verschärfenden Wettbewerb und das mit Ausreifung des Flugreisemarkts immer größeren Preisbewusstseins zu reagieren.

Der Bedarf an Großraumflugzeugen wird weiter stark wachsen: der Prognose zufolge werden in den kommenden beiden Jahrzehnten 4 450 neue Passagierflugzeuge im Segment der Großraumflugzeuge im Wert von 682 Milliarden US-Dollar (38 Prozent des Gesamtwerts neuer Passagierflugzeuge) ausgeliefert. Großraumtypen werden verschiedene Märkte bedienen, von Kurz- und Mittelstrecken, für die Flugzeuge wie die A330 eingesetzt werden, bis hin zu Langstrecken, auf denen Typen wie die A350 und A340 zum Einsatz kommen. Zwei Drittel aller neuen Großraumflugzeuge werden dem Global Market Forecast zufolge an Fluggesellschaften in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum ausgeliefert, wobei der verstärkte Tourismus und die Internationalisierung der Wirtschaft wesentliche Treiber darstellen. Der Marktbedarf in der
Großraumflugzeuge beläuft sich auf 3 100 Flugzeuge der 250- bis 300-Sitzerklasse, einem Segment, das Airbus mit der A330 und ihrem Schwestermodell A350 anspricht.

Standardrumpfflugzeuge mit mehr als 100 Sitzen werden weiterhin das vorherrschende Flugzeugmuster in der weltweiten Verkehrsflugzeugflotte sind, wobei 2023 voraussichtlich mehr als 15 100 Flugzeuge in diesem Segment in Dienst stehen werden. Somit müssen in den kommenden 20 Jahren nicht weniger als 10 900 neue Standardrumpfflugzeuge im Wert von 761 Milliarden US-Dollar (auf Basis der aktuellen Listenpreise) geliefert werden. Mehr als zwei Drittel der neuen Standardrumpfflugzeuge werden in die USA und nach Europa gehen, wo die Bevölkerungszentren stärker verstreut sind, während die zunehmende Präsenz von Low-Cost-Gesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum einen weiteren wichtigen Nachfragetreiber darstellen wird.

Aufgrund der zunehmenden Frachtverkehrsströme aus Asien und der Ausmusterung von zwei Dritteln der Frachter, die gegenwärtig noch in Dienst stehen, sind bis 2023 nicht weniger als 3 100 Frachter auszuliefern, wobei drei Viertel davon jedoch umgerüstete Passagierflugzeuge sein werden. Das Marktsegment der Großraumfrachter wird im genannten Zeitraum das stärkste Wachstum verzeichnen und für mehr als die Hälfte bzw. für zwei Drittel des Gesamtwerts aller neuen Frachter aufkommen.

Das Airbus Global Market Forecast analysiert neben der weltweiten Verkehrsentwicklung auch die jährliche Flottenentwicklung der größten Airlines (309), Konzerngesellschaften (121) und Frachtbetreiber (131) in den nächsten 20 Jahren, wobei alle Treiber und die gesamte Marktdynamik berücksichtigt werden, die sich auf die Entwicklung des gegenwärtigen und künftigen Luftverkehrswesens auswirken.

Airbus ist ein EADS-Unternehmen mit BAE Systems.

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