Baikonur/Friedrichshafen, 19
Oktober
2006
Europa hat einen neuen Wettersatelliten im All: Am Donnerstagabend, 22.28 Uhr Ortszeit (18:28 Uhr MESZ) startete in Baikonur, Kasachstan eine Sojus-Trägerrakete mit dem von Astrium gebauten Satelliten Metop. Gut eine Stunde später trennte sich der Satellit in rund 800 km Höhe von der Raketenoberstufe. Metop ist Europas erster, Satellit, der die Erde auf einer niedrigen Umlaufbahn umrundet. Dank seiner Daten, werden mittel- und langfristige Wettervorhersagen genauer und zuverlässiger. Außerdem wird der Satellit einen wertvollen Beitrag zur Klimaforschung leisten.
Astriums Geschäftsbereich Satelliten ist Hauptauftragnehmer für Metop und außerdem für drei der elf Instrumente an Bord des Satelliten verantwortlich. Das meteorologische "Herz" des Satelliten, das so genannte Nutzlastmodul, wurde am Astrium-Standort Friedrichshafen entwickelt und gebaut.
Metop ist der erste von drei Satelliten, die Astrium für die europäische Weltraumorganisation ESA und die europäische Wetterorganisation Eumetsat (Darmstadt) entwickelt und gebaut hat. Die beiden anderen Metop-Satelliten sollen in Abständen von etwa 4,5 Jahren ins Weltall folgen, um einen operationellen Wetterdienst über einen Zeitraum von mindestens 14 Jahren sicherzustellen.
Im Gegensatz zu den bekannten europäischen Wettersatelliten der Meteosat-Reihe, stehen die Metop-Satelliten nicht geostationär in 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator, sondern sie umrunden die Erde in rund 800 km Höhe. Ein Umlauf um die Erde dauert rund 100 Minuten. Während die Meteosats die Wetterentwicklung aus einer globalen Perspektive beobachten, führen die Metop-Satelliten kleinräumige aber sehr genaue Messungen durch. Hauptaufgabe der Satelliten ist die Ermittlung von Temperatur- und Feuchtigkeitsprofilen der Atmosphäre. Darüber hinaus wird Metop Wolken beobachten, die Winde an den Meeresoberflächen messen und den Ozongehalt der Atmosphäre überwachen. Außerdem wird Metop Daten von Mess-Stationen am Boden oder auf den Meeren sammeln und Rettungssignale übermitteln können.
Astriums Geschäftsbereich Satelliten ist Hauptauftragnehmer für den Bau der Metop-Satelliten und führt ein Team von mehr als 50 Unterauftragnehmern. Neben der Gesamtverantwortung zeichnet der Standort Toulouse für das Service-Modul verantwortlich. Astrium in Deutschland (Friedrichshafen) ist verantwortlich für Entwicklung und Bau des Nutzlastmoduls. Dieses beherbergt die elf Messinstrumente, die Systeme für die Kontrolle der Instrumente, für die Formatierung, Verschlüsselung und Speicherung der Messdaten sowie für die Übertragung der Daten zum Boden. Darüber hinaus ist der Standort Friedrichshafen für zwei der Messinstrumente verantwortlich.
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist das führende Unternehmen für zivile und militärische Raumfahrtsysteme in Europa. Im Jahr 2005 erreichte Astrium einen Umsatz von 2,7 Milliarden EURO und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Astrium hat zwei Geschäftsbereiche: "Space Transportation" für Trägerraketen und orbitale Infrastruktur und "Satelliten" für Satelliten und Bodeninfrastruktur. Die Astrium Tochtergesellschaft "Astrium Services" entwickelt und liefert Satellitendienstleistungen.
Der EADS-Konzern ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2005 lag der Umsatz bei rund 34,2 Milliarden EURO, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 113.000.