Die EADS rüstet die Bundeswehr mit einem neuartigen Bodenüberwachungsradar (BÜR) aus, das Bewegungen am Boden und im bodennahen Luftraum zuverlässig ortet und speziell auf die Erkennung asymmetrischer Bedrohungen ausgelegt ist. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, hat das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung der EADS einen Auftrag in zweistelliger Millionenhöhe über die Lieferung von zunächst zwei Systemdemonstratoren bis Ende 2009 erteilt. Ab 2012 ist die Serienlieferung von 78 BÜR-Systemen geplant, um damit die Fähigkeitslücke der deutschen Streitkräfte im Bereich der Bodenüberwachung für die darauffolgenden 25 Jahre zu schliessen. Über diesen Bedarf der deutschen Streitkräfte hinaus haben auch bereits andere Nationen Interesse an dem innovativen, leistungsfähigen Radar signalisiert.
Das Radar basiert auf der neuesten Technologie der elektronischen Strahlsteuerung (AESA = Active Electronically Scanning Array), die völlig neue Möglichkeiten der Ortung und Überwachung eröffnet. Durch die verzugslose, elektronische Strahlschwenkung kann das Radar mehrerer Aufklärungsaufgaben parallel bearbeiten und erreicht damit im Vergleich zu mechanisch schwenkenden Radaren eine wesentlich höhere Aufklärungseffizienz und Aufklärungszuverlässigkeit. Jedes BÜR-System kann daher drei herkömmliche Radare ersetzen. Dieselbe Technologie kommt auch bei zukunftsweisenden Großprojekten wie dem Luftverteidigungssystem MEADS, dem NATO-Aufklärungssystem AGS und der Fregatte F124 zum Einsatz.
"BÜR ist ein Schlüsselprojekt zur Sicherung der Radartechnologie in Deutschland", erklärte Bernhard Gerwert, CEO von EADS Defence Electronics. "Daraus können wir Synergien für andere Radar-Projekte ableiten, zumal auch in anderen Ländern Nachfrage nach hochleistungsfähigen Bodenradaren besteht."
BÜR wird auf dem gepanzerten Fahrzeug "DINGO 2" von Krauss-Maffei Wegmann, München, mobil einsetzbar sein. Das Radar ist dabei voll funktionsfähig, ohne dass die Besatzung den Schutz des Fahrzeugs verlassen muss. Die Leistungsfähigkeit des Radars beruht wesentlich auf einer Vielzahl von Sende- und Empfangsmodulen in der Antenne, die aus speziellen hochfrequenzfähigen Materialien hergestellt und am Standort Ulm von EADS Defence Electronics (DE) unter Reinraumbedingungen entwickelt und gefertigt werden. EADS DE ist in Europa der Vorreiter dieser Technologie und liefert ähnliche Sende- und Empfangsmodule u.a. für das Weltraumradar TerraSAR, für das Luftverteidigungssystem MEADS und für das Radar der Fregatte F124.
EADS Defence Electronics ist das Sensor-, Avionik- und EW-Haus des EADS-Konzerns und ein integrierter Geschäftsbereich der EADS-Division Defence & Security Systems (DS). Mit einem Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 und etwa 23.000 Mitarbeitern in zehn Ländern bündelt Defence & Security Systems (DS) die wesentlichen Verteidigungs- und Sicherheitsaktivitäten der EADS. DS ist ein führender Anbieter integrierter Systemlösungen (Large Systems Integration – LSI) für die neuen Herausforderungen der Streit- und Sicherheitskräfte. DS ist aktiv in integrierten, fliegenden Kampf- und Missionssystemen (bemannt und unbemannt) und dazugehörigen Trainingsservice. Zusätzlich gehören Lenkflugkörpersysteme und Gefechtsführungssysteme für alle Teilstreitkräfte, globale Sicherheitslösungen, sichere Kommunikations-lösungen, Verteidigungselektronik, Sensorik und Avionik sowie die dazugehörigen Dienstleistungen zum Portfolio.
Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und in den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von 34,2 Milliarden Euro im Jahr 2005 und über 113.000 Mitarbeitern.