So außergewöhnlich die Ausstellung „Ägyptens versunkene Schätze“, die vom 13. Mai - 4. September im Berliner Martin-Gropius-Bau Weltpremiere feiert, selber ist, so außergewöhnlich gestaltet sich auch der Transport ihrer Exponate: Einige der zum Teil tonnenschweren Ausstellungsstücke gelangen in einem Airbus A300-600ST Beluga, einem Frachtflugzeug von Airbus, das vom Hersteller und Betreiber für diese kulturelle Unternehmung bereitgestellt wird, von Alexandria nach Berlin-Schönefeld. Nach Jahrtausenden auf dem Meeresgrund erreichen monumentale Statuen, antike Säulenfragmente und Kultgeräte die deutsche Hauptstadt nun in einem Flugzeug mit dem größten Frachtraumvolumen der Welt.
Airbus und der Mutterkonzern EADS möchten durch die Unterstützung der Ausstellung einen Beitrag zum kulturellen Leben in Berlin leisten. Die Zusammenarbeit von EADS und Airbus mit der Hilti Foundation und den Berliner Festspielen ermöglicht es Berlin und seinen Besuchern aus aller Welt, „Ägyptens versunkene Schätze“ in einem der berühmtesten und schönsten Ausstellungsgebäude in Deutschland zu erleben – dem Martin-Gropius-Bau. Als innovatives, gesellschaftlich und kulturell engagiertes Unternehmen, das durch den Forscherdrang und die Entdeckungslust seiner Pioniere groß geworden ist, ist EADS der ideale Partner für Franck Goddios „Ägyptens versunkene Schätze“. Die Ausstellung wurde auch nur durch die Verbindung von Goddios Entdeckergeist und Forschungsdrang mit innovativen Technologien möglich.
Unter den zu transportierenden Exponaten befinden sich unter anderem die größte, freistehende Statue einer ägyptischen Gottheit (Hapi, Gott der Fruchtbarkeit und Nilflut), die je gefunden wurde (Höhe: 540 cm) und eine erstaunlich plastisch dargestellte Statue eines weiblichen Körpers aus dunklem Stein, die vermutlich die ptolemäische Königin Arsinoë II. darstellt. Von besonderer Bedeutung ist auch der 80 cm große Kopf einer Kolossalstatue aus dem 1 Jh. v.Chr.: das jugendliche Erscheinungsbild deutet nach Ansicht der Archäologen darauf hin, dass es sich um Kleopatras ältesten Sohn Ptolemaios XV., ein Kind von Julius Caesar, handelt. Er wurde von den Einwohnern Alexandrias als ›Caesarion‹ (kleiner Caesar) bezeichnet.
Die Reise im Beluga ist für die Ausstellungsstücke mit dem Flug nach Berlin jedoch noch nicht beendet. Nach ihrem Aufenthalt im Martin-Gropius-Bau geht es wieder in die Luft, diesmal mit Ziel Frankreich. Von Dezember 2006 bis März 2007 werden „Ägyptens versunkene Schätze“ dann im Pariser Grand Palais zu sehen sein. EADS und Airbus als global denkende und agierende Unternehmen mit Wurzeln in Deutschland und Frankreich sind daher die idealen Partner für die Ausstellung.
Der Unterwasserarchäologe Franck Goddio entdeckte in den letzten 10 Jahren vor der Küste der heutigen Stadt Alexandria sowie in der Bucht von Abukir herausragende Zeugnisse der ägyptischen Geschichte aus der Zeit von 700 vor bis 800 nach Christus. Sie versanken vor über 1000 Jahren nach mehreren Naturkatastrophen im Meer. Monumentale Statuen, aber auch Münzen, Schmuck und Kultgeräte wurden mit neuesten technischen Methoden am Meeresboden geortet und in langjähriger, mühevoller Arbeit geborgen. Sagenumwobene Orte, wie der antike Hafen von Alexandria mit Teilen des Königsviertels, die verloren geglaubte Stadt Herakleion und Teile der Stadt Kanopus wurden wieder entdeckt. Rund 500 Funde aus diesen spektakulären Unterwassergrabungen werden nun erstmals im Rahmen der Ausstellung „Ägyptens versunkene Schätze“ im Berliner Martin-Gropius-Bau einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Die Exponate spannen einen Bogen von der Zeit der letzten Pharaonen über Alexander den Großen und die griechischen Herrscher am Nil bis hin zur Römischen Zeit, der erst nach der Christianisierung des Landes mit der islamischen Herrschaft endet. Diese einzigartigen Objekte spiegeln den Rang der drei Städte wieder, die in der Antike zu den berühmtesten Zentren des Handels, der Wissenschaft, der Kultur und der Religion gehörten. Hier verbanden sich mit der Jahrtausende alten Kultur der Pharaonen Einflüsse aus Mesopotamien, Griechenland und Rom. Durch Annäherung und Verschmelzung entstanden neue religiöse und kulturelle Lebensformen, die das antike Ägypten nachhaltig geprägt haben.
Die Ausstellung bietet darüber hinaus spektakuläre Einblicke in die faszinierende Arbeit von Tauchern und Meeresarchäologen.