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EADS SPACE: Infoterra und EADS Astrium
sind Motoren des GMES-Programms

Berlin, ILA 2006, 16 Mai 2006

Mit der Tochtergesellschaft Infoterra, die inzwischen in mehreren europäischen Ländern vertreten ist, spielt EADS Astrium eine zentrale Rolle im Rahmen der EU/ESA-Initiative GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Ziel dieser Initiative ist es, Regierungen und Nutzergruppen in Europa umfassende Fernerkundungskapazitäten zur Verfügung zu stellen. In diesem Rahmen sind EADS Astrium und die Infoterra Gruppe an einer Reihe von Schlüsselprojekten der GMES-Schwerpunkte "Land Monitoring", "Risk Management" und "Humanitarian Relief" beteiligt und haben darüber hinaus eine Reihe von Projekt-Vorschlägen eingereicht, die derzeit geprüft werden.

Sowohl EADS Astrium selbst als auch ihre Tochtergesellschaften und verschiedene Partner haben Investitionen auf dem Gebiet der Erdbeobachtung und ihrer Anwendungen getätigt und leistungsstarke Netzwerke initiiert. Inzwischen kann Infoterra eine Reihe kommerzieller und öffentlicher Dienste anbieten und arbeitet dabei eng mit den Anwendern zusammen, um deren Bedürfnisse in optimaler Weise zu erfüllen.

Die ersten GMES-Dienste (die so genannten Fast-Track-Services), sind inzwischen ausgereift und validiert und sollen ab 2008 operationell zur Verfügung stehen. Diese Dienste werden auf die Kapazitäten bereits vorhandener Satelliten (Spot 5, Envisat, Jason usw.) zurückgreifen. Zu diesen Pilotdiensten gehören Landüberwachung, Krisenreaktion und Modellierung der Ozeane. Die Dienste zur Landüberwachung und Krisenreaktion werden von der EADS-Astrium-Tochter Infoterra geführt.

Darüber hinaus entwickelt Infoterra weltraumgestützte Anwendungen und Dienste gemeinsam mit spezialisierten Instituten, Forschungszentren und Zivilschutzeinrichtungen:

• Die Infoterra GmbH entwickelt beispielsweise
Anwendungen und Dienste in Zusammenhang mit der Wasserwirtschaft, dem Kohlenstoffausstoß und dem Kyoto-Protokoll

• Infoterra Frankreich entwickelt Anwendungen und Dienste, die Krisensituationen, Waldbrände, Überschwemmungen, Naturkatastrophen und die Überwachung vulkanischer Aktivität betreffen.

• Infoterra Großbritannien entwickelt Anwendungen und Dienste für humanitäre Hilfsmaßnahmen.

Entwicklung von Mehrwertdiensten

Im Jahr 2004 hat die Infoterra GmbH das so genannte GMES-Dienstelement (GSE) SAGE fertig gestellt. SAGE ist ein Projekt, bei dem Geoinformationen zur Verbesserung von Boden- und Wasserqualität in Europa genutzt werden. SAGE ist inzwischen mit zwei anderen Dienstelementen zusammengeführt worden, mit GMES Urban Services (GUS) und CoastWatch. Unter dem Titel GSE Land Information Services sind diese Projekte inzwischen von der ESA in die zweite Phase überführt worden.
Infoterra koordiniert ein europäisches Konsortium, das aus 60 Anwenderorganisationen, privaten und öffentlichen Dienstleistern sowie Forschern aus 17 Mitgliedsstaaten besteht. Da sich das Programm mit Themen befasst wie Wasserqualität/Wasserverschmutzung, Naturschutz, Raumplanung (Wachstum von Städten, Flächenverbrauch), wird es mittelfristig das Leben der europäischen Bürger beeinflussen - beispielsweise in dem es hilft die Qualität von Boden und Trinkwasser zu verbessern oder zumindest zu erhalten.
Das Konsortium wird Produkte und Dienste entwickeln, die Fernerkundung und Messungen vor Ort kombinieren und diese mit bestehenden Modellen zu präoperationellen Geoinformationsdiensten integrieren. Dies wird den europäischen, nationalen und regionalen Behörden helfen, ihre wachsenden Überwachungs- und Kontrollpflichten zu erfüllen, die sich aus neuen europäischen Direktiven und Vorschriften ergeben.

Entwicklung von Anwendungen zur Überwachung von Risiken

Das so genannte RISK-EOS Service Portfolio, das im Rahmen des GMES Dienstelemente-Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt worden ist, unterstützt das Handeln in Krisensituationen, wie beispielsweise bei Überschwemmungen und Waldbränden - und zwar in allen Phasen des Risikomanagement-Prozesses, von der Vorbeugung über die Alarmierung und die Krisenreaktion bis zur Aufarbeitung.
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Projektes im Jahr 2004, hat EADS Astrium der ESA inzwischen einen Vorschlag für die zweite Phase von RISK-EOS unterbreitet, mit der Möglichkeit, die Anwendungen im Bereich Überschwemmungen und Feuer, die in der ersten Phase des Projekts entwickelt worden sind, auszubauen und zu implementieren.
EURORISK ist ein europaweiter Ansatz, neue Informationsdienste für das Risikomanagement zu entwickeln, zu realisieren und zu betreiben. EURORISK umfasst ein Konsortium von 60 Partnern aus 15 Nationen, die von EumetNet koordiniert werden. Darunter befinden sich nationale Zivilschutzorganisationen und andere Nutzer ebenso wie EADS Astrium und andere Hersteller, Betreiber und Wissenschaftler. Ziel ist es, die benutzten Infrastrukturen zu harmonisieren, mit dem Ziel bessere Vorhersagen und ein effizienteres Risiko-Management zu bekommen.
Die Überwachung von Wald- und Flächenbränden betroffener Gebiete, die Kartierung von Risikogebieten, die Überwachung von Wasserständen und die Vorhersage plötzlicher Überschwemmungen - all diese Dienste stehen in ausgewählten Gebieten von Deutschland, Frankreich, Schweden, Spanien, Griechenland, Portugal und Italien zur Verfügung:

• Überwachung und schnelle Kartierung von Überschwemmungsgebieten in Echtzeit

• Überwachung von Waldbränden mit mittlerer Auflösung

• täglich aktualisierte dynamische Feuerrisiko-Indizes, in die Wetterdaten sowie hochauflösende Karten von Vegetation und brennbarem Material einfließen.

• Dienste für atmosphärische Risiken: (Überschwemmungs-Vorhersagen, 10-Tage-Frühwarnungen, Kartierung von Sturmrisiken, Alarmierung bei Stürmen und Starkwinden).

• Dienste für geophysische Risiken (Überwachung von Erdbeben, Schadensbeurteilung, Überwachung von Vulkanen, Beobachtung der tektonischen Plattenbewegungen, Vorhersage von Erdrutschen).

• Dienste für industrielle Risiken.

Anwendungen zur Unterstützung humanitärer Hilfsmaßnahmen

Infoterra in Großbritannien führt das Projekt "Respond", welches darauf abzielt, Nicht-Regierungsorganisationen mit Geoinformationen zu versorgen, die deren Arbeit erleichtern. Karten und Analysedokumente zu betroffenen Regionen helfen, die betroffenen Gebiete zu identifizieren. Das Respond-Projekt ist bereits in der Dafur-Region zum Einsatz gekommen, ebenso in den vom Tsunami betroffenen Gebieten in Südostasien. Den für die Krisenhilfe zuständigen internationalen Entscheidungsgremien wurden Karten und Bilder zur Verfügung gestellt, damit diese den Hilfsbedarf in den einzelnen Regionen besser beurteilen konnten. Die Daten wurden auch an die humanitären Organisationen weitergegeben. So wurde die Fähigkeit, Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen beinahe in Echtzeit mit Informationen zu versorgen, unter Beweis gestellt.

Unterstützung für GMES mit geeigneten Erdbeobachtungs-Instrumenten

Gemeinsam mit der französischen Weltraumorganisation CNES, hat EADS Astrium, das Erdbeobachtungsinstrument HRS (High Resolution Stereoscopic Instrument) finanziert. HRS ermöglicht stereoskopische Aufnahmen großer Gebiete (600 km x 120 km). Aus diesen Aufnahmen lassen sich digitale Geländemodelle mit einer Auflösung von 10 Metern erstellen, die für eine wachsende Anzahl von Anwendungen benötigt werden, unter anderem für die Kartographie, für zivile und militärische Datenbanken, für die Telekommunikation (insbesondere Mobilfunknetze) und für die Regelung des Flugverkehrs an Flughäfen.
EADS Astrium ist Hauptauftragnehmer für die Satelliten TerraSAR-X, Aeolus und Pleiades. Für diese Erdbeobachtungsmissionen, die in den kommenden Jahren starten sollen, liefert EADS Astrium hoch entwickelte Erdbeobachtungsinstrumente. Zusammen mit Satelliten die sich bereits in der Erdumlaufbahn befinden, wie Envisat und Spot 5, sowie mit Europas Wettersatellitensystemen Metop und MSG, für die EADS Astrium Hauptauftragnehmer ist, bzw. zentrale Instrumente liefert, werden diese Satelliten und Instrumente wichtige Daten für GMES liefern.
Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR, finanziert EADS Astrium den Hochleistungs-Radarsatelliten TerraSAR-X. Dieser eine Tonne schwere Radarsatellit soll noch in diesem Jahr gestartet werden und wird hochauflösende Bilder der Erdoberfläche liefern - unabhängig von Tageslicht und Wolkenbedeckung. Das DLR ist für die wissenschaftliche Verwertung der Daten zuständig, die kommerzielle Vermarktung der Daten übernimmt die Infoterra GmbH.

EADS SPACE
EADS SPACE, eine Tochtergesellschaft der EADS, ist einer der weltweit führenden Anbieter von zivilen und verteidigungstechnischen Raumfahrtsystemen. Im Jahr 2005 erreichte EADS SPACE einen Umsatz von 2,7 Milliarden EURO und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien.
Der EADS-Konzern ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2005 lag der Umsatz bei rund 34,2 Milliarden EURO, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 113.000.

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