Ferngesteuerte Bremsprobeanlagen dienen der rationellen Durchführung von Bremsproben an Güter- und Reisezügen. Sie werden dort eingesetzt, wo sich gegenüber den handbedienten Bremsprobeanlagen wesentliche wirtschaftliche Vorteile durch Verkürzung der Prüfzeiten und Personaleinsparung ergeben. Nachdem der Bremsprobekasten (Telecar 10 mit FuBR-Zusatz) anstelle der Lok pneumatisch an den Wagenverband angekuppelt wurde, kann der Wagenmeister mit Hilfe des Sprechfunkgerätes Teleport 10 als Funkkommandogeber den Bremsprobekasten über Funk fernsteuern. Dabei werden Datentelegramme mit hoher Übertragungssicherheit vom Teleport zum Bremsprobekasten gesendet. Per Knopfdruck versorgt so das Bremsprobegerät die Wagenzüge mit Druckluft und führt die erforderlichen Druckänderungen in der Hauptluftleitung aus. Entsprechend der gewünschten Funkversorgung kann sich der Wagenmeister entlang des zu prüfenden Zuges frei bewegen und am Bremsprobegerät alle erforderlichen Bedienungshandlungen ferngesteuert durchführen. Der Arbeitsablauf wird für ihn dadurch wesentlich effektiver. Durch eine streng festgelegte An- und Abmeldeprozedur wird sichergestellt, daß jedes Bremsprobegerät nur von dem Funkkommandogeber fernbedient werden kann, der sich ordnungsgemäß angemeldet hat (Adressierung). Erst nach Durchführung der Abmeldeprozedur wird das Prüfgerät wieder für die Anmeldung eines anderen Funkkommandogebers frei. Aus frequenzökonomischen Gründen arbeiten Bremsprobeanlagen im Gleichkanalbetrieb. Dabei werden alle Bremsprobegeräte über einen sogenannten Datenfunkkanal ferngesteuert. Mit dem FuBR 90 steht dem Wagenmeister ein Sprech- und Datenfunksystem zur Verfügung, mit dem sowohl die Durchführung der vollen Bremsprobe über Funkfernsteuerung als auch die Funkkommunikation zu Funk- und Drahtteilnehmern möglich ist.
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