Stand: 20 Juli 2008 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Breguet 1 "Gyroplane" (1907)

Nur kurze Zeit nach den erfolgreichen Flügen der Gebrüder Wright in Kitty Hawk im Dezember 1903 versuchten Pioniere der Luftfahrt auch das zweite große Problem der Luftfahrt zu lösen: mit einem motorgetrieben Luftfahrzeug ohne die Hilfe eines Ballons vertikal aufzusteigen.

Noch im 19. Jahrhundert scheiterten alle Ansätze an der Frage eines leistungsstarken Motors. Erst nachdem für die aufkommende Flugzeugindustrie ausreichend starke und vor allem leichte Otto-Motoren entwickelt wurden, konnten die ersten ernsthaften Versuche mit Flugschraubern aufgenommen werden.

Als Pioniere der Luftfahrt sind die Brüder Louis und Jacques Bréguet in die Geschichte eingegangen: Ihre Konstruktion Bréguet 1 "Gyroplane No.1" konnte als erster bemannter und ausschließich motorgetriebener Flugschrauber vom Boden abheben.

Am 24. August 1907 fand der Start von "Gyroplane No.1" statt An der Entwicklung beteiligt war Professor Charles Richet. Der Testpilot, Volumard, wog 68 Kilogramm, das gesamte Luftfahrzeug brachte es beim Start auf 578 Kilogramm. Immerhin 60 Zentimeter über den Boden erhob sich der "Gyroplane No.1", er "flog" aber noch so unstabil, dass ihn vier Männer halten mussten. Dennoch bewertete die französische Akademie der Wissenschaften den Versuch als den ersten motorgetriebenen Aufstieg eines Menschen in vertikaler Richtung.

"Gyroplane No.1" besaß einen 45 PS starken Antoinette-Motor, der vier paarweise angeordnete Hubschrauben antrieb, von denen sich je zwei gegenläufig drehten. Jede Hubschraube bestand aus vier Doppeldeckertragflächen. Der Pilot saß in der Mitte der Konstruktion, unterhalb des Motors. Der Durchmesser des "Gyroplane No.1" betrug acht Meter.

Ein Jahr später folgte "Gyroplane No. 2" mit einem stärkeren Motor von Renault, der es auf 55 PS brachte. Nach seiner Zerstörung bei einer harten Landung reparierten ihn zwar die Gebrüder Bréguet. Aber ihre weiteren Flugversuche führten zu keinen verwertbaren Ergebnissen.