Die Bréguet XIX wurde ab 1920 als Nachfolgemodell der Bréguet 14 von Chefkonstrukteur Vuillerme entworfen. Sie wurde sowohl als zweisitziger Tagbomber (B.2) als auch als Aufklärer (A.2) entwickelt. Nach elf Vorserienflugzeugen mit verschiedenen Motortypen begann 1923 die Serienproduktion. Als eine der erfolgreichsten Metall-Doppeldecker wurde sie 1925 in Dienst gestellt und 15 Jahre später befand sich eine kleine Stückzahl noch immer im Einsatz. Bis 1927 wurden rund 2000 Bréguet XIX ausgeliefert; davon wurden rund 1100 Maschinen in Frankreich selbst, der Rest in Lizenz gebaut. Außerdem wurden rund 20 Langstreckenmaschinen "Grand Raid" (GR ) gebaut, sowie diverse ummotorisierte Typen. Zusätzlich sind einige wenige Umbauten zu einem Wasserflugzeug bekannt.
Ab 1923 führte die offensiv geführte Werbekampagne des Herstellers Bréguets sowohl zu umfangreichen Exportlieferungen in zahlreiche Staaten Europas, Südamerikas und des Nahen und Fernen Ostens, als auch zu Lizenznachbauten in Belgien, Spanien, Jugoslawien und Griechenland.
Die letzten Maschinen wurden in der zweiten Hälfte der 30er Jahre aus französischen Einsatzverbänden herausgezogen. Im spanischen Bürgerkrieg war die Bréguet XIX auf beiden Seiten im Einsatz. In anderen ausländischen Luftstreitkräften war sie noch bis in die 40er Jahre hinein im Einsatz. Zwei Bréguet XIX sind noch heute im Luftfahrtmuseum Le Bourget zu sehen.
Der Rumpf der leichten, zweisitzigen Bréguet XIX bestand aus einem Duraluminiumgerüst, das größtenteils Alu-beplankt, ansonsten stoffbespannt war. Die Tragflächen ungleicher Spannweite bauten auf zwei Holmen und Rippen aus Duraluminium auf. Das einfache starre Fahrwerk hatte eine durchgehende Achse mit Hecksporn und Gummidämpfung. Die offene Pilotenkanzel war mit zwei hintereinander angeordneten Sitzen versehen und befand sich unmittelbar unterhalb eines Ausschnittes in der Hinterkante des Oberflügels.
Die Bréguet XIX französischer Herkunft wurden mit verschiedenen flüssigkeitsgekühlten 12-Zylinder-Motoren mit bis zu 550 PS (404,5 kW) angetrieben (wahlweise dem Renault 12K-, oder dem Lorraine-Dietrich 12D- bzw. 12E-Motor). Damit wurden Spitzengeschwindigkeiten von 230 km/h und eine Reichweite von 800 km erzielt. Bis zu 440 kg Bomben konnten mitgeführt werden, und die vier Maschinengewehre dienten sowohl Angriffs- als auch Verteidigungszwecken.
Die Variante der Bidons war eine speziell für Langstreckenflüge weiterentwicklete Form der G.R.'s und verfügte über ein größeres internes Tankvolumen, abgerundete Flächenenden, ein neu entworfenes Seitenleitwerk und Verkleidungen für die Haupträder. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 188,1 km/h über 5000 km gelang 1928 damit eine neuer Weltrekord.
Eine Besonderheit bildete die geringfügig veränderte Bréguet XIX Super TR "Point d'Interrogation", die, ummotorisiert auf einen Hispano-Suiza 12Nb-650 PS (478 kW)-Motor mit Dieudonné Costes als Pilot und Maurice Bellonte als Navigator den Lindbergh-Flug in entgegengesetzter Richtung wiederholte: Die Strecke von Le Bourget bei Paris nach Curtis Field bei New York legte sie am 2.September 1930 in 37 Stunden und 18 Minuten zurück. Costes hatte, zusammen mit dem Navigator Joseph le Brix, bereits von Oktober 1927 bis April 1928 auf einer "Point d'Interrogation" von Paris aus einen Weltrundflug von 56 330 km durchgeführt.
Überhaupt wurden in jener Zeit der ersten Langstreckenflüge mit dem Typ Bréguet XIX viele Langstrecken-Weltrekorde durch französische, japanische, polnische, spanische und belgische Piloten aufgestellt. So flogen beispielsweise im Mai 1924 Pelletier d'Oisy und Bésin mit Zusatztanks an den Bombengestellen einer Bréguet XIX von Paris nach Schanghai. Im Oktober 1927 gelang mit einer Bréguet XIX die erste Überquerung des Südatlantiks. Der französische Rekordbrecher Dieudonné Costes flog zusammen mit Joseph Le Brix in weniger als 20 Stunden die 3420 km lange Strecke von der Senegal-Mündung nach Brasilien. 1929 legte dann eine spanische Besatzung mit einer Bréguet XIX die 6880 km lange Südatlantik-Strecke von Sevilla nach Bahia zurück.
Technische Daten
Bréguet XIX A.2
Typ
Zweisitziger Aufklärungsdoppeldecker
Triebwerk
ein Lorraine-12Ed-Reihenmotor mit 450 PS (336 kW)
Baujahr
ab 1923 in Serie
Leistungen
Höchstgeschwindigkeit
214 km/h (Meereshöhe)
Dienstgipfelhöhe
7,200 m
Reichweite
800 km
Gewicht
Leermasse
1,387 kg
Startmasse
2,500 kg
Abmessungen
Länge
9.61 m
Höhe
3.69 m
Spannweite
14.83 m
Besatzung
2 Personen
Nutzlast/Bewaffnung
ein starres, vorwärts feuerndes Vickers 7,7-mm-Maschinengewehr, synchronisiert zwei Lewis 7,7mm-Maschinengewehr auf Drehlafette im hinteren Cockpit Halterungen für leichte Bomben.
Technische Daten
Bréguet XIX B.2
Typ
zweisitziger Kampfbomber
Triebwerk
ein Hispano-Suiza 12 Hb mit 500 PS HP
Baujahr
ab1923 in Serie
Leistungen
Höchstgeschwindigkeit
in 3000 m Höhe bis zu 230 km/h
Dienstgipfelhöhe
6,700 m
Reichweite
800 km
Gewicht
Leermasse
1,390 kg
Startmasse
2,200 kg
Abmessungen
Länge
9.51 m
Höhe
3.39 m
Spannweite
14.83 m
Tragflügelfläche
34.70 qm
Besatzung
2 Personen
Nutzlast/Bewaffnung
ein MG 7,5-mm Darne (oder 7,7-mm Vickers) starr nach vorne schießend oben in der Motorhaube, ein oder zwei MG 7,5-mm Darne (oder 7,7-mm Vickers) beweglich für den Beobachter, ein MG nach hinten schießend im C-Stand, Waffenlast (innen)bis zu 440 kg
Technische Daten
Bréguet XIX G.R.
Typ
zweisitziges Langstreckenflugzeug
Triebwerk
ein flüssigkeitsgekühlter Lorraine-Dietrich 12-Zylinder V-Motor mit 450 PS (330,9 kW)
Baujahr
1929
Leistungen
Höchstgeschwindigkeit
245 km/h
Dienstgipfelhöhe
6,700 m
Reichweite
9,500 km
Gewicht
Leermasse
2,190 kg
Startmasse
6,700 kg
Abmessungen
Länge
10.72 m
Höhe
4.06 m
Spannweite
18.30 m
Besatzung
2 Personen
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