Gewinn je Aktie (vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten) steigt auf EUR 1,16
Nettoliquidität von über EUR 1,5 Mrd. zum Jahresende 2001
Dividendenvorschlag von EUR 0,50 je Aktie
EBIT-Marge 2002 vor F&E-Aufwendungen wie im Vorjahr voraussichtlich bei rund 12 Prozent
EADS kann Herausforderungen des schwierigen Marktes aus solider wirtschaftlicher Position heraus annehmen
CEOs: "Die EADS ist nach wie vor ertragsstark, und wir werden weiterhin alles daran setzen, zukünftige Gewinne zu sichern und unser Verteidigungsgeschäft weiter auszubauen."
Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company (Börsenkürzel: EAD) hat alle ihre Finanzziele für 2001 übertroffen. Ihr Umsatzwachstum lag mit 27 Prozent deutlich über der anvisierten Marke von 20 Prozent, und das EBIT-Wachstum (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten) mit 21 Prozent über der Vorgabe von 15 Prozent. Der Free Cash Flow war mit etwa EUR 0,8 Mrd. positiv, und der durch Synergien erzielte Mehrwert trug mit über EUR 100 Mio. zum EBIT bei - auch hier übertraf die EADS die für 2001 angestrebten EUR 60 Mio. deutlich, wie der zweitgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungskonzern der Welt am Montag bekannt gab.
Die CEOs der EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich, sagten: "Wir sind sehr stolz, dass die EADS 2001 ihre selbst gesetzten Ziele übertroffen hat. Ausgehend von einer starken Finanzposition haben wir in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld ent-scheidende Schritte unternommen, um Liquidität und Gewinne zu sichern. Auch 2002 haben wir es uns zum Ziel gesetzt, unsere Vorhersagen zumindest einzulösen - auch wenn die Marktlage zum Teil noch unsicher ist."
Maßnahmen zur Sicherung der Rentabilität
Die EBIT-Rendite betrug 2001 5,5 Prozent gegenüber 5,8 Prozent im Jahr 2000. Wie erwartet lag dieser Rückgang an den Mehrausgaben für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung (F&E) vor allem zur Fortsetzung des A380-Programms und für den Abschluss der Entwicklungsphase der A340-500/-600.
Ohne diese internen F&E-Aufwendungen stieg die EBIT-Marge der EADS von 11,3 Prozent im Jahr 2000 auf 12,1 Prozent.
Wegen der schwierigen Konjunkturlage erwartet die EADS für 2002 einen Rückgang des Umsatzes um rund zwei Prozent bei gleichbleibendem Dollarkurs. Dieser Rückgang, der vornehmlich aus niedrigeren Airbus-Auslieferungen resultiert (für 2002 sind als Folge des 11. September 300 Flugzeug-Auslieferungen geplant, 2001 waren es 325), wird durch höhere Umsätze anderer Divisions teilweise ausgeglichen.
Weitere bereits eingeleitete Maßnahmen sollen in 2002 die EBIT-Marge vor F&E auf dem Vorjahresniveau von rund 12 Prozent halten. Dieses Ziel umfasst auch bessere Ergebnisse in den Divisions Space sowie Defence and Civil Systems (DCS), eine zusätzliche Wertsteigerung durch Synergien (Ziel für 2002: EUR 300 Mio. gegenüber mehr als EUR 100 Mio. im Jahr 2001) und weitere konzernweite Kosteneinsparungen.
Die EADS plant eine Aufstockung der F&E-Ausgaben um ca. EUR 0,4 Mrd., vor allem für das A380-Programm. Unter Einberechnung dieser Mehraufwendungen, der rückläufigen Airbus-Auslieferungen und unter Berück-sichtigung der Marktrisiken sowie bei gleichzeitiger Umsetzung neuer Kostensenkungsmaßnahmen rechnet die EADS 2002 mit einem EBIT von etwa EUR 1,2 Mrd.
Hierzu die CEOs: "Wir haben uns für 2002 ein EBIT-Ziel gesteckt, das die momentan unsichere Marktsituation berücksichtigt. Dank der soliden Geschäftslage und des branchenweit höchsten Auftragsbestandes sind wir diesen Herausforderungen gewachsen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen bei Space und DCS werden sich 2002 auszahlen. Hohe Priorität hat das weitere Umsatzwachstum unseres Verteidigungs-geschäftes von EUR 6,1 Mrd. im Jahr 2001 auf über EUR 9 Mrd. im Jahr 2004."
"Dieses Umsatzwachstum wird zum großen Teil bereits durch den EADS-Auftragsbestand an neuen Vertei-digungsprogrammen gesichert - wie den Eurofighter, die Hubschrauber NH90 und Tiger, die neue Generation von Lenkflugkörpersystemen und die militärischen Transportflugzeuge CN-235 und C-295. Auch erwarten wir in diesem Jahr das In-Kraft-Treten des im Dezember 2001 unterzeichneten A400M-Vertrages im Wert von EUR 18 Mrd.", so die CEOs weiter. "Bei einer ganzen Reihe dieser Programme beginnt nun die Auslieferungsphase, wodurch das EBIT unseres Verteidigungsgeschäftes schnell wachsen wird."
Die EADS erwartet, dass der Free Cash Flow vor Absatzfinanzierung im Flugzeugbereich positiv bleibt; damit wird die Fähigkeit der EADS zur Eigenfinanzierung des A380-Programms dokumentiert. Das Management hat sich restriktive Vorgaben zur Kundenfinanzierung gegeben (inkl. nicht zu bilanzierender Zusagen), die Airbus eine individuelle Unterstützung seiner Kunden erlaubt, ohne die finanzielle Stabilität der EADS zu gefährden.
Die EADS rechnet auch 2002 mit einem Auftragseingang, der deutlich höher als der Umsatz ausfällt. Hierzu trägt auch die erwartete endgültige Buchung des A400M-Auftrages bei. Beim Auftrags-bestand wird in diesem Jahr eine Zunahme auf über EUR 190 Mrd. erwartet, beim Bestand an Verteidigungs-aufträgen sogar eine Verdoppelung auf rund EUR 40 Mrd.
Dividendenvorschlag von EUR 0,50 je Aktie
Der Board of Directors der EADS wird für das Geschäftsjahr 2001 eine Dividende von EUR 0,50 pro Aktie vorschlagen. Dies entspricht dem Vorjahreswert und einem Gesamtvolumen von ca. EUR 400 Mio. Der Vorschlag wird den Aktionären zur Jahreshaupt-versammlung am 17. Mai 2002 in Amsterdam zur Abstimmung vorgelegt.
"Unser Dividendenvorschlag spiegelt nicht nur unsere großen wirtschaftlichen Erfolge im Jahr 2001 wider", sagte EADS Chief Financial Officer Axel Arendt. "Er ist auch in unserer anhaltend hohen Finanzkraft begründet, insbesondere der gesunden Liquidität, trotz schwieriger Marktverhältnisse. Um unsere Fokussierung auf das Cashmanagement weiter zu steigern, haben wir CVA - Cash Value Added als ein neues wertorientiertes Steuerungssystem eingeführt."
Höhepunkte des Jahres 2001
Im Jahr 2001 hat die EADS erneut bedeutende Erfolge erzielt:
Die Gründung von Airbus als integrierte Gesellschaft führt zu höherer Effizienz und Flexibilität am Markt
Die Unterzeichnung von 97 Festaufträgen und Kaufverpflichtungen von Kunden des Superjumbos A380
Acht europäische Nationen unterzeichnen den Vertrag für das militärische Transportflugzeug A400M - der bisher größte Auftrag für die EADS
Eurocopter erhält von Australien eine Kaufzusage über 22 Tiger-Kampfhubschrauber, und die skandinavischen Länder und Portugal bestellen 62 Transporthubschrauber NH90
Die Gründung der integrierten Gesellschaft ATR ermöglicht dem Regionalflugzeug-Hersteller eine deutliche Effizienzsteigerung
Die Gründung der MBDA schafft den weltweit zweitgrößter Lenkflugkörper-Hersteller
Durch Partnerschaften und wichtige Verträge, z.B. bei Drohnen, wird die Business Unit Systems & Defence Electronics gestärkt
Die Trägerrakete Ariane 4 stellt einen neuen Zuverlässigkeits-Rekord auf. Die dritte Phase des Programms Ariane 5 wird von der EU-Minister-konferenz bewilligt
Die Aktivitäten auf dem US-Markt werden intensiviert, einschließlich Partnerschaften mit Northrop Grumman, Lockheed Martin, Boeing und anderen.
Starkes Wachstum im Jahr 2001
Wie am 6. Februar bereits mitgeteilt, erzielte die EADS 2001 ein deutliches Wachstum:
Der Konzernumsatz stieg 2001 um 27 Prozent auf EUR 30,8 Mrd. (2000: EUR 24,2 Mrd.) und übertraf das Wachstumsziel von 20 Prozent
Auf vergleichbarer Basis - ohne Berücksichtigung der erstmals zu 100 Prozent konsolidierten Airbus SAS - stieg der Umsatz um 10 Prozent (gerechnet mit dem Dollarkurs von 2000: um 8,5 Prozent)
Der bereits solide Auftragsbestand der EADS ist erneut erheblich gewachsen - um 39 Prozent auf EUR 183,3 Mrd. (2000: EUR 131,9 Mrd.). Dieser größte Auftragsbestand der Branche entspricht einem Umsatz von rund sechs Jahren
Der Auftragseingang erreichte 2001 den Rekordwert von EUR 60,2 Mrd.; dies entspricht einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 49,1 Mrd. und nahezu dem Doppelten des Umsatzes.
Das Net Income inklusive des positiven Ergebnisses durch die Gründung von Airbus SAS und der MBDA erreichte 2001 mit EUR 1,4 Mrd. einen positiven Wert, nach EUR -0,9 Mrd. im Jahr 2000. Das Net Income vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten betrug EUR 936 Mio. gegenüber EUR -45 Mio. im Jahr 2000. Der Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten lag bei EUR 1,16 nach EUR -0,06 in 2000.
Die Nettoliquidität (Net Cash) lag mit über EUR 1,5 Mrd. zum Jahresende 2001 auf einem hohen Niveau und bestätigt die hohe Finanzkraft des Konzerns (Ende 2000: EUR 2,1 Mrd. ohne die Auswirkung der 100-prozentigen Airbus-Konsolidierung). Der weiterhin positive Free Cash Flow im Wert von EUR 774 Mio. beweist, dass die EADS die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für die A380 eigenständig finanzieren kann.
EBIT-Steigerung in allen Divisions außer Space
Das EBIT der Division Airbus stieg 2001 auf EUR 1,655 Mrd. (Airbus zu 100 Prozent konsolidiert) nach EUR 1,412 Mrd. im Jahr 2000 (entsprechend dem EADS-Anteil war Airbus zu 80 Prozent konsolidiert). Die 274 Nettoaufträge im Jahr 2001 ergeben nach Stückzahlen einen Weltmarktanteil von 50,2 Prozent, wertmäßig sogar von 61 Prozent. Aufgrund von Rückmeldungen von Kundenseite erwartet Airbus für 2002, 300 Flugzeuge ausliefern zu können (-8 Prozent gegenüber 325 Maschinen im Jahr 2001).
Die Division Military Transport Aircraft hat den Turn-around früher als erwartet geschafft: 2001 verzeichnete sie, nach einem EBIT von EUR -63 Mio. im Vorjahr, ein positives EBIT von EUR 1 Mio. Der anstehende Auftrag für die A400M im Werte von EUR 18 Mrd. ist das umfangreichste Verteidigungsprojekt der EADS seit ihrer Gründung und wird das Wachstum der Division beträchtlich voranbringen: Von 2002 bis 2004 soll bereits ein Umsatz von rund EUR 2 Mrd. erwirtschaftet werden.
Die Division Aeronautics steigerte ihr EBIT um 4 Prozent auf EUR 308 Mio. (2000: EUR 296 Mio.). Die EBIT-Marge erreichte erneut 6 Prozent und ist ein Beweis für die Stärke des Geschäftsbereiches. Eurocopter unterstreicht mit einem Auftragsbestand von 789 Hubschraubern seine glänzenden Aussichten auf dem zivilen und dem Verteidigungsmarkt. Der Hochlauf der Eurofighter-Serienproduktion wird künftig deutlichen Einfluss auf Liquidität und EBIT haben. Nach der Gründung der integrierten Gesellschaft ATR erzielte der Regionalflugzeug-Hersteller 2001 ein positives EBIT.
Die Division Space verzeichnete ein EBIT von EUR -222 Millionen im Jahr 2001 nach EUR 67 Mio. im Vorjahr. Hierin sind Einmalaufwendungen enthalten, vor allem Umstrukturierungskosten und Abschreibungen auf Beteiligungen. Trotz harter Konkurrenz beweisen jüngste Markterfolge wie das EUR 3,3 Mrd.-Projekt von Paradigm zur Lieferung militärischer Fernmeldesatelliten an das britische Verteidigungsministerium sowie die Erfolge der Trägerrakete Ariane die Marktstärke der Division. Darüber hinaus wird Astrium unter neuer Führung umstrukturiert und in zwei integrierten Einheiten für Trägersysteme und Satelliten neu organisiert - wodurch die Effizienz der Division verbessert wird.
Das EBIT der Division Defence and Civil Systems war für das Gesamtjahr noch negativ, verbesserte sich aber von EUR -110 Mio. im Jahr 2000 auf EUR -79 Mio. im Jahr 2001, einschließlich hoher außerordentlicher Auf-wendungen für laufende Umstrukturierungen und Vorlaufkosten für anstehende Projekte. Wie bereits mitgeteilt, konnte die Division DCS im zweiten Halbjahr 2001 den Turnaround erreichen und verzeichnete in diesem Zeitraum ein positives EBIT von EUR 49 Mio. Ein weiteres starkes EBIT-Wachstum wird erwartet aufgrund der erfolgreichen Umstrukturierung und der für mehrere Produktprogramme beginnenden Auslieferungsphase.
Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company ist Europas größtes Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen und die Nummer 2 weltweit. Zum Jahresende 2001 zählte die Belegschaft des Unternehmens 102.967 Mitarbeiter. Das Tätigkeitsfeld der EADS umfasst die Bereiche Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber, Raumfahrt, militärische Transport- und Kampfflugzeuge sowie Verteidigungstechnik und -dienstleistungen. Die EADS ist unter anderem mit 80 Prozent an Airbus, mit 75 Prozent am Raumfahrtunternehmen Astrium, mit 100 Prozent am Hubschrauberhersteller Eurocopter, mit 43 Prozent am Eurofighter-Programm und mit 37,5 Prozent am Lenkflugkörperhersteller MBDA beteiligt.
Net Income vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten, in Mio.
936
-45
-
Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
1,16
-0,06
-
Nettoliquidität (Net Cash Position), in Mio.
1.533
2.143
-28%
Dividende pro Aktie
0,50(3)
0,50
-
Auftragseingang, in Mio.
60.208
49.079
+23%
Auftragsbestand, in Mio.
183.256
131.874
+39%
Beschäftigte (zum Jahresende)
102.967
88.879
+16%
Airbus ab 2001 zu 100% konsolidiert
1)
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2)
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3)
wird der Jahreshauptversammlung am 17. Mai 2002 vorgeschlagen
4)
Auftragseingang und Auftragsbestand auf Grundlage von Bruttopreisen
Divisions
EBIT (1)
Umsatz
(Werte in Mio. Euro)
2001
2000 pro forma
Veränderung
2001
2000 pro forma
Veränderung
Airbus
1.655
1.412
17%
20.549
14.856
38%
Military Transport Aircraft
1
-63
-
547
316
73%
Aeronautics
308
296
4%
5.065
4.704
8%
Space
-222
67
-
2.439
2.535
-4%
Defence & Civil Systems
-79
-110
-
3.345
2.909
15%
Eliminierungen & Zentrale
31
-203
-
-1.147
-1.112
-
Gesamt
1.694
1.399
21%
30.798
24.208
27%
Airbus ab 2001 zu 100% konsolidiert
1)
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2)
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3)
wird der Jahreshauptversammlung am 17. Mai 2002 vorgeschlagen
4)
Auftragseingang und Auftragsbestand auf Grundlage von Bruttopreisen
Divisions
Auftragseingang
Auftragsbestand
(Werte in Mio. Euro)
2001
2000 pro forma
Veränderung
2001
2000 pro forma
Veränderung
Airbus(4)
50.279
34.158
47%
156.075
104.387
50%
Military Transport Aircraft
993
493
101%
1.320
873
51%
Aeronautics
5.315
8.322
-36%
13.722
13.067
5%
Space
1.333
3.024
-56%
3.796
4.826
-21%
Defence & Civil Systems
3.081
3.857
-20%
9.094
9.722
-6%
Eliminierungen & Zentrale
-793
-775
-
-751
-1.001
-
Gesamt
60.208
49.079
23%
183.256
131.874
39%
Airbus ab 2001 zu 100% konsolidiert
1)
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2)
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3)
wird der Jahreshauptversammlung am 17. Mai 2002 vorgeschlagen
4)
Auftragseingang und Auftragsbestand auf Grundlage von Bruttopreisen
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