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EADS behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

Amsterdam, 14  November  2002

  • Finanzergebnisse bestätigen Prognose für das Gesamtjahr 2002
  • Neunmonats-EBIT von € 1 Mrd.
  • Umsatz auf Niveau von € 20 Mrd. gehalten
  • Weiterhin positive Nettoliquidität trotz gestiegener F&E-Kosten für die A380 und höherer Investitionen
  • Auftragseingang von € 22,3 Mrd. bleibt über Umsatz
  • CEOs: "Unsere Markterfolge und Finanzergebnisse zeugen davon, dass sich die EADS in diesem schwierigen Marktumfeld behauptet. Wir gehen davon aus, dass wir unsere Gesamtziele für das Jahr 2002 erreichen."
  • Ausblick der EADS für 2004 vorsichtiger aufgrund des unsicheren Umfelds

Das weltweit zweitgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungs-unternehmen EADS (Börsenkürzel: EAD) erfüllt die Erwartungen an seine Rentabilität. In den ersten neun Monaten des Jahres 2002 betrug das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten) € 1,013 Mrd. Im Vergleichszeitraum 2001 waren es € 1,123 Mrd.

Dieses Ergebnis, das trotz des allgemeinen Konjunkturrückgangs auf dem zivilen Luftfahrtmarkt und höherer Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) erreicht wurde, bestätigt auch die Prognose der EADS für das Gesamtjahr. Das Unternehmen veröffentlichte am Donnerstag seinen Bericht zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002.

Die CEOs der EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich, sagten: "Unsere Markterfolge und Finanzergebnisse zeugen davon, dass sich die EADS in diesem schwierigen Marktumfeld behauptet. Wir gehen davon aus, dass wir unsere Gesamtziele für das Jahr 2002 erreichen. Das Ergebnis verdanken wir unserem umsichtigen Ressourcenmanagement, weiteren Kostensenkungen, Synergieeffekten infolge der Integration und dem anhaltenden Markterfolg unserer Produkte."

Im Juli 2002 hatte die EADS ihre EBIT-Prognose für das laufende Jahr um 20 Prozent auf € 1,4 Mrd. erhöht. Vor allem die Divisions Aeronautics und Defence and Civil Systems werden angesichts des saisonalen Charakters ihres Geschäfts im vierten Quartal verstärkt zum Konzernergebnis beitragen. In der EBIT-Prognose der EADS ist ein Betrag von € 108 Mio., den ein Schiedsgericht im Rahmen eines Schiedsverfahrens mit Thales der EADS zugesprochen hat, nicht enthalten.

"Unsere Konzepte für die Zukunft sind die treibende Kraft für unser Produktangebot und unsere Rentabilität," betonten die CEOs. "Programme wie die A380 und unser Fokus auf innovative Lösungen im Verteidigungsbereich werden nachhaltig zum künftigen Wachstum der EADS beitragen."

Auch Umsatzziel für 2002 bestätigt

Der Umsatz der EADS für die Monate Januar bis September 2002 konnte auf dem Niveau von € 20 Mrd. gehalten werden. Die leichte Differenz gegenüber dem Vorjahreswert von € 20,7 Mrd. ist vor allem die Folge eines Rückgangs der Airbus-Auslieferungen und des niedrigeren Dollarkurses. Die EADS bestätigt ihre Umsatzprognose von rund € 30 Mrd. für das Gesamtjahr 2002.

Der Auftragseingang war in den ersten neun Monaten 2002 mit € 22,3 Mrd. erneut höher als der Umsatz. Der Auftragsbestand von € 177 Mrd. Ende September 2002 (Dezember 2001: € 183 Mrd.) entspricht einem Umsatz von mehr als fünf Jahren. Mit 150 Neuaufträgen seit Anfang 2002 behauptet Airbus seine starke Marktposition.

Die EADS rechnet kurzfristig mit einem erheblichen Auftragszuwachs, besonders aufgrund der jüngsten Erfolge wie der Entscheidung von easyJet für 120 Flugzeuge und der brasilianischen Entscheidung für militärische Missionsflugzeuge. Auch die erwarteten Verteidigungsprogramme wie die A400M, das britische Satellitenprojekt Skynet 5 und das Lenkflugkörperprogramm Meteor werden den Auftragsbestand weiter erhöhen. Da das Jahresende näher rückt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufträge für A400M und Meteor erst 2003 ins Auftragsbuch aufgenommen werden können. Die EADS EBIT-Prognose für 2002 bleibt davon unberührt.

Das Net Income vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten lag aufgrund des niedrigeren EBIT, höherer Zinsbelastungen und Steuereffekten Ende September 2002 bei € 493 Mio., im Vergleich zu € 638 Mio. Ende September des Vorjahres. Der Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten erreichte € 0,61 (Januar bis September 2001: € 0,79).

Nach Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten betrug das Net Income der EADS Ende September 2002 € 23 Mio. gegenüber € 2,282 Mrd. im Neunmonats-Zeitraum 2001. Ausschlaggebend für den hohen Vorjahreswert war vor allem der außerordentliche Ertrag infolge der Gründung der integrierten Airbus SAS.

Weiterhin positive Nettoliquidität

Die Nettoliquidität der EADS ist nach der Dividendenausschüttung in Höhe von € 404 Mio. mit € 670 Mio. Ende September weiterhin positiv. Den Rückgang der Nettoliquidität von € 1,5 Mrd. im Dezember 2001 verursachte unter anderem der Hochlauf des Programms A380. Die EADS bleibt bei ihrem Ziel einer positiven Nettoliquidität zum Jahresende.

Trotz der sich verschlechternden Finanzlage mancher Fluggesellschaften, vor allem in den USA, unterstützten die Kapitalmärkte die Maßnahmen der EADS zur Begrenzung ihres Finanzierungsrisikos. So wird die EADS ihr Budget für zusätzliche Kundenfinanzierungen im Jahr 2002 netto auf unter € 1 Mrd. senken. Der Großauftrag von easyJet über 120 Airbus-Flugzeuge wird keine Finanzierung seitens EADS erfordern und trägt somit während der gesamten Auftragslaufzeit zum Cashflow bei, beginnend mit den Anzahlungen.

Hans Peter Ring, Chief Financial Officer der EADS, kommentierte: "Wir stellen sicher, dass das gesamte Unternehmen weiterhin liquiditätsorientiert arbeitet. Entsprechende Disziplin sowohl im operativen Geschäft als auch bei Kundenfinanzierungen sichert unsere Liquidität und die strategische Flexibilität des Konzerns."

Ende September 2002 umfasste die Belegschaft der EADS 103.787 Beschäftigte (31. Dezember 2001: 102.967). Zusätzliche Mitarbeiter wurden im Rahmen des Produktionshochlaufs für das Kampfflugzeug Eurofighter und für den militärischen Transporthubschrauber NH90 sowie im Bereich F&E für den Airbus A380 eingestellt.

Ausblick

Seit ihrer Gründung vor zweieinhalb Jahren ist die EADS auf dem Weg, ein Unternehmen mit zweistelligen EBIT-Margen zu werden. Das angestrebte Ziel, die EBIT-Marge bis 2004 auf ein Niveau von 10 Prozent anzuheben, basierte auf der Prämisse stabiler wirtschaftlicher und weltpolitischer Verhältnisse.

Aufgrund der rückläufigen weltweiten Wachstumsprognosen, insbesondere der schwachen Konjunktur auf dem zivilen Luftfahrtmarkt, sah sich die EADS in den vergangenen Monaten jedoch mit einer wesentlichen Abwärtskorrektur der Wachstumserwartungen konfrontiert. Angesichts der nach wie vor andauernden Verlustphase bei US-amerikanischen Airlines und bestehender Überkapazitäten in der Raumfahrt wächst für die Branche die Wahrscheinlichkeit eines "Double Dip", also eines Rückfalls in die Rezession nach kurzer Erholungsphase. Zudem führte vor allem in Deutschland das stockende Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Verbindung mit neuen Haushaltsprioritäten nach der Bundestagswahl zur Neubewertung bestimmter Verteidigungsausgaben. Dies führt zu weiteren Verzögerungen mancher Verteidigungsprogramme. Vor diesem Hintergrund blickt die EADS vorsichtiger auf das Jahr 2004.

Die EADS ist nach wie vor überzeugt, sich zu einem Unternehmen mit zweistelligen EBIT-Margen zu entwickeln. Sie wird dieses Ziel mit Blick auf die ungewisse Entwicklung der Lage jedoch erst später erreichen können.

Weitere Einzelheiten über die zukünftige Entwicklung und insbesondere die EBIT-Prognose für 2003 werden im ersten Quartal 2003 bekannt gegeben.

Airbus bleibt auf Kurs - Defence and Civil Systems erreicht Gewinnschwelle zum Jahresende

Die Division Airbus blieb weiterhin hoch profitabel und erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 ein EBIT von € 1,072 Mrd. gegenüber € 1,131 Mrd. im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dieses solide Ergebnis gelang trotz rückläufiger Auslieferungen und eines Anstiegs der F&E-Kosten von € 935 Mio. in den ersten neun Monaten 2001 auf € 1,071 Mrd. zwischen Januar und September 2002. Mit 219 Auslieferungen per 30. September ist Airbus auf dem besten Wege, das angestrebte Ziel von 300 ausgelieferten Flugzeugen im Jahr 2002 zu erreichen. Der Umsatz von Januar bis September 2002 betrug € 13,750 Mrd. (€ 14,431 Mrd. im Vergleichszeitraum 2001). Bis Ende September erzielte Airbus 150 Neuaufträge; dies entspricht einem Marktanteil von 45 Prozent nach Stückzahlen und wertmäßig von 54 Prozent.

In den ersten neun Monaten 2002 verzeichnete die Division Military Transport Aircraft ein EBIT von € -79 Mio. (Vergleichszeitraum 2001: € -12 Mio.). Bereits im ersten Halbjahr 2002 hatte die EADS Rückstellungen im Wert von € -54 Mio. gebildet für das EBIT-Risiko dieser Division im Zusammenhang mit ihren Investitionen als Zulieferer für das Programm Dornier 728 des mittlerweile insolventen Anbieters Fairchild Dornier. Der Umsatz für die ersten drei Quartale stieg in diesem Jahr geringfügig auf € 310 Mio. (Vergleichszeitraum 2001: € 306 Mio.). Das Programm A400M, dessen Auftragswert sich für die EADS auf € 18 Mrd. beziffert, wird sich nach seiner Bestätigung erheblich auf die Geschäftsentwicklung im Bereich militärische Transportflugzeuge auswirken und die Rentabilität dieser Division verbessern.

Das EBIT der Division Aeronautics erreichte € 132 Mio. (gegenüber € 144 Mio. im Neunmonatszeitraum 2001). Nach wie vor beeinflusst das niedrigere Geschäfts-aufkommen im Bereich Flugzeugkomponenten für die zivile Luftfahrt sowie bei der Wartung die Gewinnentwicklung der Division. Mit Blick auf saisonale Einflüsse rechnet sie jedoch mit einem hohen EBIT im vierten Quartal. Der Umsatz für die ersten drei Quartale 2002 stieg auf € 3,363 Mrd. (Vergleichszeitraum 2001: € 3,161 Mrd.), in erster Linie dank der positiven Geschäftsentwicklung bei Eurocopter.

Die Division Space steht wegen der anhaltend schwachen Marktsituation weiterhin unter Druck. Vor allem aufgrund von Risikorückstellungen in einer Reihe von Programmen für Telekommunikationssatelliten und der Wertminderung von Investitionen und Außenständen fiel das EBIT auf € -101 Mio. (Vergleichszeitraum 2001: € -8 Mio.). Da keine Markterholung in Sicht ist, haben für das Management die Maßnahmen zur Umstrukturierung und Kontrolle der operativen Kosten höchste Priorität. Der Umsatz der Division ging zurück von € 1,543 Mrd. in den ersten drei Quartalen 2001 auf € 1,389 Mrd. im Vergleichszeitraum 2002.

Das Neunmonats-EBIT der Division Defence and Civil Systems hat sich dank der vorgenommenen Umstrukturierungen deutlich verbessert, ist aber mit € -91 Mio. (Vergleichszeitraum 2001: € -163 Mio.) noch negativ. Angesichts des regelmäßig starken vierten Quartals im Verteidigungsgeschäft bestätigt die EADS ihre Prognose, dass die Division für das Gesamtjahr 2002 die Gewinnschwelle erreichen wird. Der Umsatz in den ersten neun Monaten 2002 lag bei € 1,874 Mrd. (Vergleichszeitraum 2001: € 2,044 Mrd.).

Über die EADS

Die EADS ist ein global operierendes Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen und liegt nach Umsatz weltweit an zweiter Stelle ihrer Branche. Sie beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter und gehört zu den Marktführern bei Verteidigungstechnologie, ziviler Luftfahrt, Hubschraubern, Raumfahrt, militärischen Transport- und Kampfflugzeugen sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Zur EADS gehören der zivile Flugzeugbauer Airbus, der weltweit größte Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, die Raumfahrtfirma Astrium und MBDA, das zweitgrößte Lenkflugkörperunternehmen der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium und entwickelt auch das militärische Transportflugzeug A400M. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika und Asien.

EADS - Neunmonats-Ergebnisse 2002

EADS Gesamt 01-09 / 2002 01-09 / 2001 Veränderung
Umsatz, in Mio EUR 19.996 20.685 -3%
EBITDA(1), in Mio EUR 2.134 2.245 -5%
EBIT(2), in Mio EUR 1.013 1.123 -10%
Net Income, in Mio EUR 23 2.282 -
Net Income vor Goodwill-Abschreibungen
und Einmaleffekten, in Mio EUR
493 638 -23%
Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen
und Einmaleffekten
0,61 0,79 -23%
Auftragseingang, in Mio EUR 22.341 47.252 -53%
zum 30. Sept. 2002 zum 31. Dez. 2001
Auftragsbestand, in Mio EUR 176.569 183.256 -4%
Nettoliquidität, in Mio EUR 670 1.533 -56%
Beschäftigte 103.787 102.967 +1%
Division EBIT (2) Umsatz
(Werte in Mio. Euro) 01-09 2002 01-09 2001 Veränderung 01-09 2002 01-09 2001 Veränderung
Airbus 1.072 1.131 -5% 13.750 14.431 -5%
Military Transport Aircraft (79) (12) -558% 310 306 +1%
Aeronautics 132 144 -8% 3.363 3.161 +6%
Space (101) (8) - 1.389 1.543 -10%
Defence & Civil Systems (91) (163) +44% 1.874 2.044 -8%
Eliminierung & Zentrale 80 31 +158% (690) (800) +14%
Gesamt 1.013 1.123 -10% 19.996 20.685 -3%
Division Auftrags-
eingang
Auftrags-
bestand
(Werte in Mio. Euro) 01-09 2002 01-09 2001 Veränderung zum 30. Sept. 2002 zum 31 Dez. 2001 Veränderung
Airbus(3) 15.446 40.860 -62% 148.898 156.075 -5%
Military Transport Aircraft 290 809 -64% 1.258 1.320 -5%
Aeronautics 3.171 3.573 -11% 13.529 13.722 -1%
Space 1.068 839 +27% 3.445 3.796 -9%
Defence & Civil Systems 2.720 1.930 +41% 9.953 9.094 +9%
Eliminierung & Zentrale (354) (759) +53% (514) (751) +32%
Gesamt 22.341 47.252 -53% 176.569 183.256 -4%

1) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2) Ergebnis vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3) Auftragseingang und Auftragsbestand auf Grundlage von Bruttopreisen

Kontakt:
Eckhard Zanger
Communications Finance
Tel. +49 89 607 27961