Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

EADS bestätigt Prognose für 2003

Amsterdam, 06 Mai 2003

  • EBIT von EUR 130 Mio. im ersten Quartal
  • Starke saisonale Einflüsse auf das EADS-Geschäft
  • Auftragseingang steigt um 41 Prozent
  • Neue Aufträge für Airbus bestätigen anhaltenden Markterfolg
  • CEOs: "Die EADS rechnet damit, ihre Ziele für das Gesamtjahr 2003 zu erreichen"

Die EADS (Börsenkürzel: EAD), das weltweit zweitgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungs-unternehmen, bestätigt ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2003. Auf der Grundlage von erwarteten 300 Auslieferungen bei Airbus rechnet das Unternehmen damit, ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten) in der Größenordnung des Jahres 2002 zu erzielen.

Die CEOs der EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich, sagten: "Im ersten Quartal 2003 prägten starke saisonale Einflüsse die Ergebnisse der EADS. Dennoch erwarten wir, dank unseres anhaltenden Geschäftserfolges und streng disziplinierten Finanzmanagements die Ziele zu erreichen, die wir uns für das Gesamtjahr 2003 gesteckt haben."

Das EBIT der EADS betrug im ersten Quartal 2003 EUR 130 Mio. Dieser Wert ist geprägt von den planmäßig gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) besonders für die A380 und der gegenüber dem ersten Quartal 2002 wie erwartet gesunkenen Auslieferungszahl an Airbus-Flugzeugen. Dies beeinflusst das Auslieferungsziel für 2003 jedoch nicht. Im EBIT des ersten Quartals 2002 in Höhe von EUR 315 Mio. waren darüber hinaus positive Einmaleffekte von EUR 63 Mio. aus dem Verkauf von Aircelle enthalten.

Der Umsatz der EADS bezifferte sich in in den ersten drei Monaten 2003 auf EUR 5,5 Mrd. (erstes Quartal 2002: EUR 6,4 Mrd.). Dies ist auf den Rückgang der Airbus-Auslieferungen und einen schwächeren US-Dollar zurückzuführen, wie das Unternehmen anlässlich der dritten Ordentlichen Hauptversammlung am Dienstag in Amsterdam berichtete.

"Wir sind zuversichtlich, dass unsere Geschäftszahlen auch im weiteren Verlauf des Jahres unserer Planung entsprechen werden", erklärten die CEOs. "Saisonale Schwankungen sind in der Luft- und Raumfahrtindustrie und damit auch bei der EADS normal. Das Ende des Irak-Krieges lässt uns hoffen, dass sich das internationale Geschäftsklima allmählich wieder bessern wird. Gleichzeitig beobachten wir die allgemeine Konjunkturschwäche und die möglichen Auswirkungen von SARS auf den Luftverkehrsmarkt intensiv. Dennoch sehen wir gegenwärtig keine Veranlassung, unsere Prognose zu revidieren."

"Die EADS ist unverändert ein starkes und solides Unternehmen mit einer gesunden Bilanzstruktur, einem branchenweit unerreicht hohen Auftragsbestand, Spitzenpositionen in der zivilen Luftfahrtindustrie und Wachstum im Verteidigungsgeschäft", unterstrichen die CEOs. "Die Geschäfte der EADS werden tatkräftig und umsichtig geführt. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Liquiditäts- und Kostenkontrolle sowie der Akquisition neuer Kunden und Aufträge. Airbus hat zu Beginn des zweiten Quartals Kaufzusagen von JetBlue und Chinese Airlines über insgesamt 95 Flugzeuge erhalten. Dies belegt unseren anhaltenden Vertriebserfolg in zwei schnell wachsenden Marktsegmenten: Niedrigpreis-Airlines und China - trotz SARS."

Im ersten Quartal wurde die stärkere Ausrichtung der EADS auf das Verteidigungsgeschäft noch intensiviert. Die CEOs kommentierten: "Wir haben entschieden, die EADS-Division Defence and Civil Systems nach ihrer Umbenennung in Defence and Security Systems durch die Eingliederung des Geschäftsfeldes Militärflugzeuge zu stärken. Dies verbessert unsere Fähigkeit integrierte Systeme zu liefern, wie es dem zukünftigen Bedarf auf den Verteidigungsmärkten entspricht."

Starke saisonale Einflüsse auf das EADS-Geschäft

Die Geschäfte der EADS mit öffentlichen Auftraggebern, die größtenteils zu den Divisions Aeronautics sowie Defence and Civil Systems gehören, unterliegen starken saisonalen Einflüssen. Sie erwirtschaften in der zweiten Jahreshälfte für gewöhnlich weitaus höhere Umsätze und Ergebnisse als im ersten Halbjahr.

Bei Airbus sind in der Regel das zweite und das vierte Quartal die stärksten.

Der Auftragseingang der EADS konnte in den ersten drei Monaten 2003 von EUR 3,8 Mrd. um 41 Prozent auf EUR 5,4 Mrd. gesteigert werden. Hierzu trugen vor allem höhere Bestellungen von Airbus-Flugzeugen mit 42 Aufträgen (erstes Quartal 2002: 18) bei. Der Auftragsbestand der EADS betrug Ende März EUR 162,7 Mrd. und ist in der weltweiten Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie weiterhin unerreicht.

Das Net Income der EADS vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten belief sich im ersten Quartal 2003 auf EUR 62 Mio. bzw. EUR 0,08 je Aktie. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (EUR 139 Mio. bzw. EUR 0,17 je Aktie) ist auf das gesunkene EBIT zurückzuführen, das durch steuerliche Effekte teilweise wieder ausgeglichen wurde. Das Net Income der EADS unterlag wie üblich starken Einflüssen durch nicht-liquiditätswirksame Goodwill-Abschreibungen (in Höhe von EUR -140 Mio. im ersten Quartal). Nach Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten betrug das Net Income EUR -93 Mio. (erstes Quartal 2002: EUR -25 Mio.).

Ende März 2003 verzeichnete die EADS eine positive Nettoliquidität von EUR 538 Mio. (EUR 1,224 Mrd. zum 31. Dezember 2002). Dieser Wert war beeinflusst von den saisonalen Effekten auf den Geschäftsbetrieb und die erstmalige 100-Prozent-Konsolidierung von Astrium.

Im Februar 2003 hat die EADS mit Erfolg ihre erste Euro-Anleihe mit einem Emissionsvolumen von EUR 1 Mrd. aufgelegt.

Durch die vollständige Konsolidierung von Astrium und den Produktionshochlauf im Programm A380 wuchs die Belegschaft der EADS zwischen dem Jahresende 2002 und Ende März 2003 um 3 Prozent auf 107.263 Beschäftigte.

Umsatz und Ergebnis der Divisions

Die Division Airbus erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von EUR 3,8 Mrd. (Vergleichszeitraum 2002: EUR 4,6 Mrd.). Das EBIT der Division betrug EUR 166 Mio. (erstes Quartal 2002: EUR 396 Mio.). Das rückläufige EBIT ist vor allem auf die erwartungsgemäß gestiegenen F&E-Ausgaben (EUR 445 Mio. gegenüber EUR 320 Mio. im ersten Quartal 2002) zurückzuführen, die insbesondere durch den Produktionshochlauf der A380 anfielen. Dennoch verfügt Airbus mit einer EBIT-Marge von mehr als 15 Prozent vor F&E-Ausgaben über eine hohe operative Ertragskraft. Auch die rückläufigen Auslieferungen wirkten sich auf das EBIT aus: Von Januar bis März 2003 übergab Airbus 65 Flugzeuge an Kunden, gegenüber 72 im Vergleichszeitraum 2002. Die Umsatz- und Ergebnis-realisierung für drei Auslieferungen war aufgrund der Zahlungsbedingungen für diese Aufträge abzugrenzen und ist daher nicht berücksichtigt. Zusätzlich beinhaltete das EBIT im ersten Quartal des Vorjahres positive Einmaleffekte von EUR 63 Mio. aus dem Verkauf der EADS-Anteile am Unternehmen Aircelle.

Der Auftragseingang von Airbus ist mit EUR 3,4 Mrd. beträchtlich gestiegen (erstes Quartal 2002: EUR 1,3 Mrd.). Im Januar wurde eine Absichtserklärung mit Malaysia Airline Systems über sechs A380-Flugzeuge unterzeichnet (noch nicht im Auftragsbuch enthalten), die den Markterfolg dieses Programms unterstreichen. Anfang April erteilte die spanische Fluggesellschaft Iberia einen Auftrag über fünf A340-600 und vereinbarte sieben weitere Optionen für diesen Flugzeugtyp.

Der Umsatz der Division Military Transport Aircraft in Höhe von EUR 96 Mio. im ersten Quartal 2003 blieb gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 101 Mio. beinahe unverändert. Das EBIT betrug EUR -11 Mio. (erstes Quartal 2002: EUR -12 Mio.) Der Auftragseingang der Division verdoppelte sich von EUR 61 Mio. auf EUR 122 Mio. Der in Kürze erwartete A400M-Auftrag wird die Ertragskraft der Division Military Transport Aircraft erheblich steigern.

Die Division Aeronautics konnte ihren Umsatz im ersten Quartal 2003 auf EUR 969 Mio. geringfügig erhöhen (erstes Quartal 2002: EUR 936 Mio.). Das EBIT lag dank des Erfolgs der meisten Geschäftsfelder mit EUR 33 Mio. doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (EUR 16 Mio.). Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Dreimonatszeitraum 2002 von EUR 1,458 Mrd. auf EUR 915 Mio., liegt aber in der Größenordnung des Umsatzes. Im Vorjahresquartal hatte die Division umfangreiche Aufträge für die Hubschrauber Tiger und NH90 erhalten.

Der Umsatz der Division Space, in der Astrium nunmehr zu 100 Prozent konsolidiert ist, fiel im ersten Quartal auf EUR 403 Mio. (Vergleichszeitraum 2002: EUR 426 Mio.). Das EBIT war mit EUR -21 Mio. negativ (Januar bis März 2002: EUR -33 Mio.). Die auf rund EUR 280 Mio. geschätzten Kosten für die geplante Restrukturierung werden in den folgenden Quartalen das EBIT der Division belasten. Der Auftragseingang im ersten Quartal 2003 ist von EUR 316 Mio. auf EUR 341 Mio. gestiegen.

Die Division Defence and Civil Systems erzielte einen Umsatz von EUR 530 Mio. (erstes Quartal 2002: EUR 539 Mio.). Das zweistellige Umsatzwachstum von MBDA infolge des Produktionshochlaufs in den Lenkflugkörperprogrammen Storm Shadow und Meteor kompensierte niedrigere Umsätze der EADS Telecom. In der Regel erzielt diese Division gegen Ende jedes Kalenderjahres den Großteil ihrer Umsätze. Dieser Effekt war wiederum für das negative EBIT im ersten Quartal von EUR -72 Mio. (erstes Quartal 2002: EUR -72 Mio.) ausschlaggebend. Die EADS rechnet damit, dass die Division im Jahr 2003 ein höheres EBIT als EUR 40 Mio. im Vorjahr erzielt. Der Auftragseingang erreichte EUR 761 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR 858 Mio.). Die Division Defence and Civil Systems wird nach der bevorstehenden Eingliederung des Geschäftsfeldes Militärflugzeuge in Defence and Security Systems umbenannt.

Ausblick

Die EADS bestätigt ihre Prognose vom 10. März für das Geschäftsjahr 2003: Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz (basierend auf einem Wechselkurs von EUR 1 = US$ 1,10) und ein EBIT in der Größenordnung des Vorjahres. Grundlage hierfür sind 300 Airbus-Auslieferungen - wobei sämtliche Festaufträge durch Anzahlungen der Kunden abgesichert sind - und die Annahme, dass die F&E-Ausgaben aufgrund des Hochlaufs der A380 im Jahr 2003 ihren Höhepunkt erreichen werden.

Im EBIT-Ziel der EADS sind auch beträchtliche Rückstellungen für eine umfassende Neugestaltung der Division Space berücksichtigt, die 2004 wieder profitabel werden soll.

Diese negativen Einflüsse werden ausgeglichen durch die erwartete Ergebnisverbesserung der Divisions im Hochlauf von Verteidigungsprogrammen (Aeronautics, Defence and Security Systems, Military Transport Aircraft).

Die EADS wiederholt ihre Cash-Flow-Prognose, derzufolge der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierung in 2003 positiv bleiben wird. Die EADS setzt ihre zurückhaltende Kunden-finanzierungspolitik fort.

Über die EADS:

Die EADS ist ein führendes Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen und mit einem Umsatz von EUR 29,9 Mrd. im Jahr 2002 die Nummer zwei der Branche. Mit einer Belegschaft von über 100.000 Mitarbeitern gehört sie zu den Marktführern in der zivilen Luftfahrt, in Verteidigungs-technologien, bei Hubschraubern, in der Raumfahrt, bei militärischen Transport- und Kampfflugzeugen sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Zur EADS gehören der zivile Flugzeugbauer Airbus, der weltweit größte Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, das Raumfahrtunternehmen Astrium und MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperproduzent der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium und entwickelt auch das militärische Transportflugzeug A400M. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika, Russland und Asien.

Ansprechpartner:

Eckhard Zanger
EADS Communications Finance
Tel. +49 89 607 27961

EADS - Zahlen für das erste Quartal (Q1) 2003
(Werte in Euro)

EADS Gesamt Q1 2003 Q1 2002 Veränderung
Umsatz, in Mio. 5 520 6 408 -14%
EBITDA (1), in Mio. 389 687 -43%
EBIT (2), in Mio. 130 315 -59%
Net Income, in Mio. -93 -25 -272%
Net Income vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten, in Mio. 62 139 -55%
Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten 0,08 0,17 -55%
Auftragseingang, in Mio. 5 378 3 807 +41%
31. März 2003 31. Dez. 2002 Veränderung
Auftragsbestand, in Mio. 162 718 168 339 -3%
Net Cash position, in Mio. 538 1 224 -56%
Beschäftigte 107 263 103 967 +3%

1) Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten

Divisions EBIT (2) Umsatz
(Werte in Mio. Euro) Q1 2003 Q1 2002 Veränderung Q1 2003 Q1 2002 Veränderung
Airbus 166 396 -58% 3 775 4 646 -19%
Military Transport Aircraft -11 -12 +8% 96 101 -5%
Aeronautics 33 16 +106% 969 936 +4%
Space -21 -33 +36% 403 426 -5%
Defence & Civil Systems -72 -72 0% 530 539 -2%
Konsolidierung Zentrale 35 20 - -253 -240 -
Gesamt 130 315 -59% 5 520 6 408 -14%

1) Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten

Divisions Auftrags-
eingang
Auftrags-
bestand
(Werte in Mio. Euro) Q1 2003 Q1 2002 Veränderung 31. März 2003 31. Dez. 2002 Veränderung
Airbus(3) 3 416 1 261 +171% 134 615 140 996 -5%
Military Transport Aircraft 122 61 +100% 677 633 +7%
Aeronautics 915 1 458 -37% 13 417 13 458 -
Space 341 316 +8% 4 401 3 895 +13%
Defence & Civil Systems 761 858 -11% 10 297 10 110 +2%
Konsolidierung Zentrale -177 -147 - -689 -753 -
Gesamt 5 378 3 807 +41% 162 718 168 339 -3%

1) Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
2) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten
3) Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten