Stand: 05  Februar  2008 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Columbus: Europas zentraler Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS

ISS-Modul ermöglicht Forschung unter Schwerelosigkeit

Cap Canaveral, 05  Februar  2008

Das Weltraumlabor Columbus ist Europas zentraler Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS. Das Labor wird mit einem Space Shuttle „Atlantis“ im Februar 2008 vom Kennedy Space Center (KSC) in Florida gestartet.

Beim so genannten Flight Readiness Review (Flugfreigabe) am 30. Januar 2008 hat die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA offiziell den Start der Raumfähre Atlantis mit Columbus für Donnerstag, 7. Februar 2008, 20:45 Uhr MEZ, erteilt. Die STS-122-Mission sollte eigentlich schon am 6. Dezember 2007 starten, wurde aber aufgrund eines fehlerhaften Sensors im externen Aussentank des Shuttles verschoben.

An Bord von Columbus haben künftig Wissenschaftler die Möglichkeit, Experimente durchzuführen, die unter den Bedingungen der Schwerkraft auf der Erde so nicht möglich sind. Astrium hat das Columbus-Labor im Auftrag der Europäischen Weltraumagentur ESA als industrieller Hauptauftragnehmer realisiert. Zehn Jahre haben die Raumfahrtingenieure der Astrium in Bremen an dem fast 13 Tonnen schweren Raumstationsmodul gearbeitet. Insgesamt sind am Columbus-Projekt zehn europäische Länder beteiligt. Die größten Partner dabei waren Deutschland (51 Prozent), Italien (23 Prozent) und Frankreich (18 Prozent). Ferner sind die USA und Kanada beteiligt.

Die Konzeption des Columbus-Moduls basiert auf den Erfahrungen, die Astrium seit Ende der 70er Jahre mit der Entwicklung und dem Bau des Raumlabors Spacelab gesammelt hat. Spacelab ist bis 1998 insgesamt 22 Mal an Bord eines Space Shuttles ins All geflogen.

Das Columbus-Labor ist 8 m lang, hat einen Durchmesser von 4,50 m und wiegt beim Start fast 13 Tonnen - inklusive der 2,5 Tonnen schweren Nutzlast. In dem Labor befinden sich zehn so genannte Racks, das sind international standardisierte Nutzlastschränke, in denen Experimentieranlagen untergebracht werden können.

Columbus hat 880 Millionen Euro gekostet und ist für eine Einsatzzeit von mindestens zehn Jahren ausgelegt. Das Modul bietet drei Crewmitgliedern ausreichend Raum, um Forschung in der Schwerelosigkeit zu betreiben. In dem Labor haben Wissenschaftler die Möglichkeit, Untersuchungen, in allen Disziplinen der Grundlagenforschung (Biotechnologie, Medizin, Materialwissenschaften, Flüssigkeitswissenschaften, Humanwissenschaften) sowie Experimente auf dem Gebiet angewandter Technologieprojekte durchzuführen. Diese sind unter den Bedingungen der Schwerkraft auf der Erde so nicht möglich sind.

Der Grund: Werkstoffe oder Flüssigkeiten verhalten sich im Zustand der Schwerelosigkeit anders als auf der Erde. So verschmelzen beispielsweise metallische Legierungen im All miteinander, während sie unter dem Einfluss der Schwerkraft keine optimale Verbindung miteinander eingehen. Ähnliches gilt für flüssige Substanzen, die im Weltraum Gemische bilden, auf der Erde aber nicht.

Wissenschaftliche Ausrüstung für Columbus

Bereits beim Start werden die Racks des Columbus-Labors mit verschiedenen Experimentieranlagen ausgerüstet sein:

  • Das Biolab, das Versuche mit Zellen, Gewebekulturen, Mikroorganismen, kleinen Pflanzen und wirbellosen Tieren ermöglicht.
  • das European Physiology Module (EPM), das der Untersuchung der Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus dient. Im Mittelpunkt stehen Phänomene wie Knochenschwund und Veränderungen des Immunsystems sowie der menschliche Flüssigkeitshaushalt.
  • das Fluid Science Lab (FSL), in dem das dynamische Verhalten und andere Phänomene von Flüssigkeiten untersucht werden.
  • das European Drawer Rack (EDR), ein Universal-Schrank, in dem vier beliebige kleinere Nutzlasten, Anschlüsse für Daten- und Videoübertragung sowie mechanische und thermale Kontrolle Platz finden.

Ihre Pressekontakte:

Rémi  Roland   EADS Astrium (FR)
Tel.: +33 (0)1 77 75 80 37
Jeremy Close EADS Astrium (UK)
Tel.: +44 (0)1438 77 38 72
Mathias Pikelj EADS Astrium (GER)
Tel.: +49 (0)7545 8 91 23
 www.astrium.eads.net