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Sentinel-2: Astrium erhält neuen Satellitenvertrag über 195 Mio. €

  • Astrium wird Hauptauftragnehmer für ersten optischen Satelliten der Sentinel-Serie
  • Katastrophenmanagement, Landwirtschaft, Bevölkerungsentwicklung: Sentinel-2 neues europäisches Werkzeug im All
  • Sentinel-2 unterstützt Umwelt- und Sicherheitsanwendungen im GMES-Programm

Friedrichshafen, 17 April 2008

Vertragsunterschrift bei Astrium in Friedrichshafen: (von links stehend) Volker Müller, Astrium Vertragsabteilung und Jonas Amnéus, ESA-Vertragsabteilung. Sitzend: Evert Dudok, CEO Astrium Satellites, Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtung und Uwe Minne, Direktor für Erdbeobachtung und Wissenschaft der Astrium.

Vertragsunterschrift bei Astrium in Friedrichshafen: (von links stehend) Volker Müller, Astrium Vertragsabteilung und Jonas Amnéus, ESA-Vertragsabteilung. Sitzend: Evert Dudok, CEO Astrium Satellites, Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtung und Uwe Minne, Direktor für Erdbeobachtung und Wissenschaft der Astrium.

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© EADS

Astrium setzt seine Erfolgsgeschichte bei Erdbeobachtungssatelliten fort. Der Astrium-Standort Friedrichshafen wird im Auftrag der ESA mit Sentinel-2 den ersten optischen Satelliten der Sentinel-Reihe (Sentinel = Wächter) entwickeln und bauen. Volker Liebig, Direktor für Erdbeobachtung der europäischen Weltraumorganisation ESA, Evert Dudok, CEO Astrium Satellites und Uwe Minne, Direktor für Erdbeobachtung und Wissenschaft der Astrium unterschrieben heute in Friedrichshafen den industriellen Hauptvertrag über 195 Millionen Euro.

„Dieser Satellit ist ein wichtiges Element von GMES und wird es Europa ermöglichen, die Änderungen seiner Umwelt langfristig zu beobachten.“ sagte Volker Liebig, der Direktor für Erdbeobachtung der ESA.

"Die Astrium hat mit Satelliten wie ERS, Envisat und Metop oder Champ und TerraSAR-X- um nur einige zu nennen - eine Erfolgsgeschichte im Bereich der Erdbeobachtung schreiben können. Wir sind natürlich stolz, dass wir jetzt erneut von ESA ausgewählt wurden, um mit Sentinel-2 ein Weltraumwerkzeug zu entwickeln, das Europa wichtige Daten liefern wird, die helfen unsere Umwelt zu schützen und unseren Planten ein wenig sicherer zu machen", so Evert Dudok, CEO Astrium Satellites.

Sentinel-2 liefert umfassend und nachhaltig Daten, die als Grundlage für operationelle Dienste in den Bereichen Landwirtschaft (Nutzung, Bedeckung, Versiegelung), Forstwirtschaft (Bestand, Schäden, Waldbrände), Katastrophenschutz (Management, Frühwarnung) und humanitäre Hilfseinsätze dienen. Sentinel-2 wird auch Naturkatastrophen wie Überflutungen, Vulkanausbrüche, Erdsenkungen und -rutsche beobachten können.

Bei Sentinel-2 ist Astrium Friedrichshafen verantwortlich für die Systemauslegung des Satelliten, die Plattform sowie für Satellitenintegration und -test. Astrium Toulouse liefert das Multispektral-Instrument MSI; Astrium Spanien verantwortet die mechanische Satellitenstruktur und fertigt die thermale Ausrüstung sowie den Kabelbaum. Aus Deutschland gehört noch die Jena- Optronik GmbH zum industriellen Kernteam für Sentinel-2.

Mindestens 7,25 Jahre lang soll Sentinel-2 die Landflächen aus dem Orbit erfassen. Die Onboard-Ressourcen werden zusätzlich so ausgelegt, dass eine Verlängerung der Mission um fünf weitere Jahre möglich sein wird. Der rund 1,1, Tonnen schwere Satellit wird ab 2012 die Erde auf einer sonnen-synchronen, polaren Umlaufbahn in 786 Kilometern Höhe umrunden und kann dabei die globalen Landmassen in jeweils nur zehn Tagen komplett erfassen. Das Multispektral-Instrument MSI generiert optische Bilder im sichtbaren und im Kurzwellen-Infrarot-Bereich in 13 Spektralkanälen mit einer Auflösung von bis zu 10 Metern bei einer Bildbreite von 290 km.

Das Gesamtsystem Sentinel-2 soll später um einen zweiten Satelliten ergänzt werden, so dass im Simultanbetrieb von zwei Satelliten eine komplette Erfassung der Landmassen alle fünf Tagen möglich sein wird.

Über GMES

GMES (Global Monitoring for Environment and Security) ist ein EU-geführtes Programm bei dem die ESA die Weltraumkomponente verantwortet. GMES soll die Erde kontinuierlich mit boden- und weltraumgestützten Sensoren, überwachen, um Politikern und Fachleuten aktuelle Daten für vielfältige umwelt-, wirtschafts-, verkehrs- oder sicherheitspolitische Entscheidungen zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist es, die unterschiedlichen Aktivitäten in den geowissenschaftlichen Bereichen sowie der Erdbeobachtung in Europa zu integrieren. Dabei geht einerseits um die möglichst effiziente Verwendung bereits existierender bodengestützter als auch Satelliten-gestützter Systeme und deren Daten, und den Aufbau nachhaltiger operationeller Systeme, die speziell auf dieses Aufgabenspektrum abgestimmt sind. Die Reihe der Sentinel-Satelliten stellt in Europa das dezidierte GMES-Raumsegment dar.

Astriums Tochtergesellschaft Infoterra koordiniert zudem europäische Projektkonsortien für zwei der drei GMES-Kernbereiche: Beobachtung von Status und Entwicklungstrends in der Landnutzung, sowie Risiko- und Katastrophenmanagement.

An dem Radarsatelliten Sentinel-1 ist Astrium (Friedrichshafen) mit der Lieferung des C-Band-Radarinstruments ebenfalls maßgeblich beteiligt.

Über Astrium

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte Astrium einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

Ihre Pressekontakte:

Matthieu DuvelleroyEADS Astrium (FR)
Tel.: +33 (0) 1 77 75 80 32
Jeremy Close EADS Astrium (UK)
Tel.: +44 (0)1438 77 38 72
Mathias  Pikelj(Astrium GER)
Tel.: +49 (0) 7545 89123
Francisco LechónEADS Astrium (ESP)
Tel.: +34 (0) 91 586 37 41
  Photos auf der Astrium-Website gallery.astrium.eads.net/
 www.astrium.eads.net

Santinel auf einen Blick:

Mission:
Gesamte Missionsdauer 15 Jahre
Lebensdauer im Orbit 7,25 Jahre, (optionale Verlängerung um 5 Jahre)
Orbit: polar, sonnensynchron

786 km Höhe
Beobachtungsbereich von - 56° bis + 83 ° Breitengrad
Wiederholrate 5 Tage (bei 2 Satelliten)
Geplanter Start: Oktober 2012
Satellit:
Satellitentyp: 3-Achsen-stabilisiert
Startgewicht: 1,1 Tonnen
Maße: 3 m x 1,7 m x 2,25 m
Solargenerator: 5,6 m², 1400 W (EOL), GaAs triple-junction cells
Datenspeicher: Missionsdaten 2 Tbit (EOL)
Instrument:
Multi Spektral Instrument MSI 13 Spektralbänder, VNIR & SWIR (443nm - 2190 nm)
Auflösung: 10, 20 und 60 m
Streifenbreite 290 km
Max. Aufnahmedauer pro Orbit: 40 min.