Stand: 29 Mai 2008 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Vom 3. bis zum 5. Juni: EUSAR-Konferenz lockt Radarspezialisten aus aller Welt nach Friedrichshafen

  • Weltraumradare im Mittelpunkt des Interesses - 400 Teilnehmer erwartet
  • Astrium, Infoterra und EADS präsentieren sich im Graf-Zeppelin-Haus

Friedrichshafen, 28 Mai 2008


Eine Woche lang wird Friedrichshafen zum Mekka von Radarspezialisten aus aller Welt. Vom 3. bis zum 5. Juni 2008 findet im Graf-Zeppelin-Haus (GZH) die 7. Europäische Konferenz für SAR-Systeme- und -Technologie - die EUSAR - statt. SAR steht für Synthetic Aperture Radar und ist eine spezielle Form der Radartechnologie, die auf bewegten Plattformen wie zum Beispiel Flugzeugen und Satelliten eingesetzt wird. Friedrichshafen ist nach 1998 bereits zum zweiten Mal Veranstaltungsort dieses Kongresses, zu dem in diesem Jahr rund 400 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden und zu dem mehr als 300 Redebeiträge bei den Organisatoren angemeldet wurden. Zu den Partnern dieser Fachtagung gehören unter anderem EADS Defence & Security und der Satellitenhersteller Astrium sowie der Geo-Informationsdienstleister Infoterra, die sich auch gemeinsam auf einem Ausstellungsstand im GZH präsentieren. Am Freitag haben die EUSAR-Teilnehmer dann Gelegenheit, sich bei einer "technischen Tour" die Satellitenfertigung der Astrium in Immenstaad anzuschauen.

SAR wurde bis zur Gründung der EUSAR von den existierenden Radarkonferenzen als ein Unterthema der Radartechnik behandelt. Mit den dramatischen Fortschritten in den Bereichen Computertechnologie, Digitaltechnik und Hochfrequenztechnik wurde das SAR zu einem abbildenden Sensor entwickelt, dessen Auflösungsfähigkeit mit derjenigen optischer Instrumente vergleichbar ist. Darüber hinaus verfügt SAR über eine Reihe von Fähigkeiten, die optische Abbildungssysteme nicht aufweisen. Durch seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere in der Fernerkundung, hat SAR eine weltweite Bedeutung erlangt, so dass die Gründung einer eigenen, speziell auf SAR fokussierten Tagung notwendig erschien. Seit 1996 ist die EUSAR schwerpunktmäßig dem Radarsensor, seinen Technologien einschließlich bild-erzeugender Signal- und Bildverarbeitung gewidmet, bietet aber auch ein Forum für Anwender von SAR-Daten. EUSAR ist bis heute die einzige auf SAR spezialisierte Tagung weltweit.

In diesem Jahr gilt besonderes Augenmerk den aktuellen Radarsatelliten, wie dem deutschen TerraSAR-X, der im Juni vergangenen Jahres erfolgreich ins Weltall geschossen wurde oder seinem "Bruder" TanDEM-X, der gegenwärtig von Astrium in Immenstaad gebaut wird und Sentinel-1, einem Radarsatellit der europäischen Weltraumorganisation ESA. "Der andere Schwerpunkt", so Astrium-Ingenieur Christoph Heer, bei der EUSAR für die Programmkoordination verantwortlich, "liegt bei zukünftigen Technologien und neuen Verfahren."

Entwickelt und gebaut wurden wesentliche Bestandteile des Radars von Defence Electronics (DE), einer integrierten Business Unit von EADS Defence & Security. Kernelemente dieses Radars sind die Radarelektronik sowie die 384 hochintegrierten Sende- und Empfangs-Module, die in der Antenne verwendet werden und auch als Vorverstärker zwischen Radar und Antenne fungieren. DE setzt zudem spezielle Technologien zur optimalen Oberflächenvergütung der benutzten Strahler aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) ein.

Ein besonderes Interesse an der EUSAR hat natürlich auch die Astrium-Tochter Infoterra, die den Radarsatelliten TerraSAR-X exklusiv kommerziell vermarktet, der seit Anfang dieses Jahres seinen operativen Betrieb aufgenommen hat. Infoterra bietet seitdem neben Radardaten neuer Qualität auch eine Vielzahl radarbasierter Anwendungen.

Die aktuellsten Ansätze zur kommerziellen Nutzung werden in einer so genannten "Invited Session", die Infoterra am ersten Veranstaltungstag leitet, vorgestellt: Kooperationspartner der Infoterra, die sogar aus Australien und Indonesien anreisen, werden hier erläutern, wie die TerraSAR-X Daten in Ihren Regionen eingesetzt werden – beispielsweise bei großflächigen Kartierungsprojekten oder in der Katastrophenhilfe.

Auch auf dem gemeinsamen Messestand werden Mitarbeiter über die neuesten Entwicklungen und Ansätze informieren sowie aktuelle Demo-Daten und konkrete Anwendungsbeispiele vorstellen.

Über Astrium und EADS Defence & Security:

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte Astrium einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

Defence Electronics ist ein integrierter Geschäftsbereich der EADS-Division Defence & Security (DS). DS ist Anbieter von Systemlösungen für Streit- und Sicherheitskräfte auf der ganzen Welt. Das Portfolio von DS reicht von Sensoren und sicheren Netzwerken bis hin zu Lenkflugkörpern sowie bemannten und unbemannten Flugzeugen und umfasst darüber hinaus Lösungen im Bereich der globalen Sicherheit sowie produktspezifische Service- und Support-Leistungen. Im Jahr 2007 erwirtschaftete DS mit rund 22.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 5,5 Mrd. €.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

Pressekontakt

Mathias PikeljAstrium
Tel.: +49 (0) 7545 8 9123
mailto: mathias.pikelj@astrium.eads.net
Martin Billeisen EADS Defence & Security
Tel.: +49 (0) 7545 8 3144
mailto: martin.billeisen@eads.com
Mareike DöpkeInfoterra
Tel.: +49 (0) 7545 8 3924
mailto: mareike.doepke@infoterra-global.com

Das Prinzip der SAR-Technologie

Bei einem Synthetik Apertur Radar (SAR) wird die Erdoberfläche mit kurzen, von einer Radarantenne abgestrahlten Pulsen, „beleuchtet“. Der Radarpuls wird von der Erdoberfläche reflektiert und das so genannte Radarecho, wiederum von der Antenne empfangen und aufgezeichnet. Da die Radarimpulse nicht senkrecht nach unten, sondern schräg zur Erdoberfläche gestrahlt werden, können weiter vom Radar entfernt liegende Punkte durch Laufzeitmessungen von nahen Punkten unterschieden werden, denn das Radarsignal benötigt auf seinem Weg von der Antenne zum Zielpunkt und zurück für die größere Entfernung mehr Zeit. Durch Nutzung dieses Effekts kann rechnerisch ein Bild der "beleuchteten" Fläche erzeugt werden. Die räumliche Auflösung des Bildes in Flugrichtung hängt bei gegebener Flughöhe von der Größe der Antenne ab. Generell gilt: Je größer die Antenne, desto besser die Auflösung. Um eine möglichst hohe räumliche Auflösung zu erzielen, wird ein technischer Trick angewendet: Man erzeugt eine "synthetische" Antenne (bzw. Apertur) indem man die reale Antenne mit hoher Geschwindigkeit über die Erdoberfläche bewegt und die Einzelbilder aus einer Abfolge von Antennenpositionen zu einem Gesamtbild zusammensetzt. So erreicht man beispielsweise mit der TerraSAR-X Antenne von fünf Metern Länge eine räumliche Auflösung von einem Meter, was sonst nur mit einer realen Antenne von zehn Kilometer Länge möglich wäre.