Das Programmmanagement verbessert sich zusehends. Hierzu tragen verschiedene Maßnahmen bei: Konzernweit werden Richtlinien für Best Practices implementiert, Prozesse formalisiert und Fachwissen ausgebaut. EADS betrachtet das Programmmanagement als Kernkompetenz und strebt hier nach Perfektion.
Der Konzern optimiert sein Know-how für diese Kernkompetenz; dabei nutzt er identifizierte Best Practices einzelner Bereiche mit dem Ziel, die Prozesse in anderen Bereichen zu verbessern.
Die Verbesserungsinitiativen konzentrierten sich 2010 darauf, neue Problemlösungsansätze einzuführen und Mitarbeiter in verschiedenen Disziplinen des Programmmanagements zu schulen.
Richtlinien im Programmmanagement
Im Berichtsjahr wurden zwölf Richtlinien eingeführt, die das Programmmanagement verbessern sollen. Dabei standen Fragen im Fokus, die für den Erfolg der Programme entscheidend sind – beispielsweise nach der Ressourcenzuteilung, der Leitung von Programmen, dem Angebots- und Ausschreibungsmanagement und der Risikominimierung. Die Richtlinien skizzieren auf den EADS-Best-Practices basierende Regeln und Empfehlungen auf höchster Ebene. Einzelne Bereiche wenden diese bereits an; der Fortschritt der Initiative wird 2011 aufmerksam beobachtet werden.
Die Richtlinie zur Programmmanagement-Organisation führt beispielsweise ein Referenzmodell ein, das es Programmmanagern erlaubt, bewährte Modelle auf neue Projekte anzuwenden, anstatt völlig neue Programmstrukturen zu entwerfen.
Eine weitere Richtlinie regelt den internen Handel bei EADS. So müssen Programmmanager keine kurzfristigen Vereinbarungen ausarbeiten, sondern können sich auf ihre technischen und programmbezogenen Aufgaben konzentrieren.
Entwicklung von Know-how
Endmontagelinie der A330/A340 in Toulouse
2010 wurde ein spezieller Karrierepfad für Programmmanager ins Leben gerufen. Er soll das Know-how auf diesem Gebiet verbessern und helfen, die benötigten Ressourcen zu identifizieren und zuzuweisen. Klar definierte und zertifizierte Kompetenzen stellen sicher, dass Programme an Manager übergeben werden, die mit ihren Fähigkeiten komplexe Herausforderungen und spezielle Risiken bewältigen können.
Die ersten Kandidaten haben sich im Laufe des Berichtsjahres bereits qualifiziert. Mehr als 100 Mitarbeiter werden derzeit in die Qualifizierung eingewiesen. Ab 2012 müssen bei Airbus alle Manager neuer Programme schrittweise zertifiziert werden; weitere Divisionen werden folgen.
Insgesamt wurden mehr als 3.000 Mitarbeiter geschult – zumeist in den Grundlagen des Programmmanagements. Rund 1.000 Mitarbeiter befassten sich mit dem Risiko- und Chancenmanagement in Programmen. Darüber hinaus besuchten 100 Führungskräfte im Bereich Programmmanagement spezielle Kurse auf Konzernebene; in einem Netzwerk haben sie die Möglichkeit, sich konstruktiv über ihre Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung zu leisten.
Versorgungskette
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einem optimierten Management der Versorgungskette: Eine gemeinsamecPlattform mit den Lieferanten wurde eingerichtet. Die Verantwortlichen analysierten, wie Lieferanten bei der spezifikationsgetreuen Lieferung von Programmen unterstützt werden können. Mit anderen Worten: Es geht darum, Schwierigkeiten vorzubeugen und die Entwicklung der Lieferanten zu fördern.
Die daraus gewonnenen Erfahrungen fließen nun in eine Studie ein, deren Ziel es ist, die Beziehungen zu den Kunden zu verbessern. Darüber hinaus soll künftig der Reifegrad der Versorgungskette systematisch ausgewertet werden.
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