Überblick
Das Management der Risiken und Chancen ist angesichts des komplexen und volatilen Geschäftsumfelds, in dem EADS operiert, von größter Bedeutung. Das Enterprise Risk Management („ERM“)-System setzt sich aus einer Vielfalt von Aktivitäten im Rahmen des Managements der Risiken und Chancen zusammen.
Mit dem ERM-System wird das Ziel verfolgt, für die Interessengruppen von EADS Wert zu schaffen und zu erhalten. Das System ist so ausgelegt und wird so betrieben, dass auf effiziente Weise potenzielle Ereignisse identifiziert werden, die Auswirkungen für EADS haben können, Risiken so gemanagt werden, dass die definierte Risikotoleranz nicht überschritten wird, Chancen erkannt und gemanagt werden und das Erreichen von Zielen angemessen gewährleistet wird. Die wichtigsten Risiken und Chancen werden dem Board of Directors vierteljährlich berichtet. Um dies zu erreichen, strebt EADS ein integriertes, einheitliches, umfassendes, effizientes und transparentes ERM-System an, in dem dieselben Begriffe, Praktiken und Sprache verwendet werden. Die Philosophie des Risikomanagements soll in die Unternehmenskultur von EADS eingebettet werden, damit das Management der Risiken und Chancen für Mitarbeiter ein normaler und alltäglicher Prozess wird.
Nach Auffassung des Board of Directors und der Führungsspitze von EADS ist das ERM ein wichtiger Managementprozess zur Leitung des Unternehmens, der dem Management den effektiven Umgang mit Risiken und Chancen ermöglicht. Mit dem System soll Folgendes erreicht werden:
- Strategie: die Selektion hochrangiger strategischer Ziele, die die Vision von EADS unterstützen und im Einklang mit dem Risikoappetit stehen;
- Betriebliche Tätigkeit: die Effizienz der betrieblichen Tätigkeit und Zuweisung der Ressourcen, die fristgerechte Lieferung von Produkten unter Einhaltung der Kosten- und Qualitätsziele, die Fähigkeit zum Erreichen von Leistungs- und finanziellen Zielen, die Implementierung risikobewusster Entscheidungen und von Führungsprozessen;
- Berichterstattung: Verlässlichkeit bei Berichterstattung und besonders Finanzberichterstattung; und
- Compliance: Einhaltung der anwendbaren Gesetze und Bestimmungen.
Die Organisation und Prozesse für das Risikomanagement müssen integriert, umfassend und schlank aufgebaut sein, um zu gewährleisten, dass EADS einen Überblick über Risiken und Chancen gewinnt und dass wichtige Prozesse, Programme und Projekte abgedeckt sind.
ERM-VERFAHREN
Die Ziele, Richtlinien und Prozesse für das ERM-System in der vom Board of Directors vorgesehenen Form sind in der ERM-Politik von EADS enthalten und werden konzernweit kommuniziert. Die ERM-Politik von EADS wird durch verschiedene Handbücher, Richtlinien, Nachschlagewerke, etc. ergänzt. Das ERM-System basiert auf den Rahmenregelungen für internes Kontroll- und Risikomanagement des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission („COSO II“). Zu den externen Standards, die sich auf das ERM-System von EADS auswirken, zählen das Regelwerk für interne Kontrolle und ERM des COSO sowie die branchenspezifischen Normen der International Standards Organization (ISO).
Das ERM-System hat einen integrierten hierarchischen Bottom-Up und Top-Down-Ansatz für verbessertes Management und größere Transparenz der Risiken und Chancen. An der Spitze besprechen das Board of Directors und das Audit Committee wichtige Risiken und Chancen, entsprechende Reaktionen auf Risiken und Erfassung von Chancen sowie den Status des ERM-Systems einschließlich wesentlicher Änderungen und geplanter Verbesserungen. Dies erfolgt anhand von systematischen Bottom-Up-Informationen einschließlich Beurteilung durch das Management. Die Ergebnisse werden dann an die Organisation zurück geleitet. Das ERM-System ist so ausgelegt, dass die Einhaltung aller geltenden Gesetze und gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf die interne Kontrolle („IC“) und das Risikomanagement („RM“) gewährleistet werden soll. Es berücksichtigt IC und RM parallel.
Der ERM-Prozess umfasst die folgenden vier Elemente:
| ERM Betriebsablauf | 8 ERM-Komponenten (Management von Risiken und Chancen („ROM“)) zur Verbesserung des konzernweiten betrieblichen Managements von Risiken und Chancen bei EADS durch Anwendung eines einheitlichen Standards: ROM-Betriebsverfahren: (1) Zielsetzung, (2) R/O-Identifikation, (3) R/O-Einstufung, (4) R/O-Reaktion, (5) Kontrollaktivitäten, (6) Überwachung allgemeiner ROM-Verfahren: (7) Information & Kommunikation, (8) Internes Umfeld. |
| Verfahren für das ERM-Reporting | Verfahren für die Berichterstattung über den Status des ERM-Systems und der Risiko- und Chancenlage |
| Compliance-Prozess des ERM | Verfahren zum Nachweis für das Board of Directors und das Audit Committee, Beurteilung der Effizienz des ERM-Systems durch den CEO von EADS und den CFO von EADS |
| Unterstützungsprozess des ERM | Verfahren zur Qualitätssteigerung und Lieferung weiterer Nachweise der Qualität des ERM-Systems |
Der ERM-Prozess wird auf alle möglichen Quellen von Risiken und Chancen angewendet, sowohl interne wie externe, quantifizierbare und nicht quantifizierbare Quellen, die sich kurz-, mittel- und langfristig potenziell auf EADS auswirken können. Er wird auch für alle Unternehmen, Aktivitäten und Abteilungen von EADS angewendet. Das Management auf jeder einzelnen Ebene bespricht ERM im Rahmen der Geschäftsabwicklung als Teil der Entscheidungsfindung und damit verbundener Aktivitäten. Der ERM-Prozess ist daher Bestandteil des Managementprozesses und wechselseitig mit anderen Prozessen verknüpft. Einzelheiten der Anwendung des ERM-Prozesses sind je nach dem Risikoappetit des Managements und der Größe, Struktur und Beschaffenheit der Geschäftseinheit, des Programms/Projekts bzw. der Abteilung oder des Prozesses unterschiedlich. Dennoch gelten allgemein die Grundsätze der ERM-Politik von EADS.
Eine Erläuterung der Hauptrisiken, denen der Konzern ausgesetzt ist, findet sich im Abschnitt „Risikofaktoren“.
ERM GOVERNANCE UND VERANTWORTLICHKEIT
Die rechtliche Struktur des ERM-Systems und die damit verbundenen Aufgaben sind wie folgt:
- das Board of Directors und das Audit Committee überwachen die Effizienz des ERM-Systems insgesamt;
- der Chief Executive Officer von EADS ist verantwortlich für ein effizientes ERM-System, das damit verbundene interne Umfeld (d. h. Werte, Kultur) und die Risikophilosophie. Er definiert die Risikostufe, die EADS unternehmensweit akzeptieren möchte;
- der Chief Financial Officer von EADS ist für den Entwurf des ERM-Systems und die unternehmensweite Implementierung des ERM-Prozesses bei EADS verantwortlich;
- die ERM-Abteilung von EADS leitet die Implementierung und Konfiguration des ERM im gesamten Konzern und untersteht der Leitung des Chief Risk Management Officer von EADS;
- die Geschäftsbereiche, Geschäftseinheiten und Abteilungen des Hauptsitzes sind für den Betrieb und Überwachung des ERM-Systems verantwortlich. Sie sind bestrebt, die Transparenz und Effektivität des ERM-Systems und die Übereinstimmung mit ihren Zielen zu gewährleisten. Sie übernehmen die Verantwortung für die Implementierung geeigneter Maßnahmen zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken, und umgekehrt für die Umsetzung angemessener Maßnahmen zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit und Nutzung von Chancen. Außerdem sind sie für die Kommunikation von Risiken und Chancen, die andere innerhalb von EADS betreffen, verantwortlich.
EFFIZIENZ DES ERM-SYSTEMS
EADS hat fortlaufende Selbstbewertungsverfahren für das ERM eingerichtet, die konzernübergreifend bei EADS eingesetzt werden müssen. Damit soll EADS ermöglicht werden, die Effizienz des ERM-Systems angemessen sicherzustellen. Die Gewährleistung der Effizienz des ERM-Systems umfasst folgende Bestandteile und entsprechende Zielsetzungen:
- ERM-Verfahren Muss konzernübergreifend bei EADS vorhanden sein und ohne wesentliche Schwachstellen funktionieren und die Vorschriften der ERM-Politik von EADS erfüllen;
- Risikoappetit: Muss mit dem Risikoumfeld von EADS übereinstimmen;
- IC-System des ERM: Muss über ein effizientes IC-System für den ERM-Prozess verfügen.
Um ihre gesamten Aktivitäten abzudecken, hat EADS 20 Geschäftsabläufe auf hoher Ebene definiert. Um die Effizienz des ERM zu erreichen, ist der ERM-Prozess als Überlagerungsprozess ein wesentlicher Bestandteil aller anderen Geschäftsabläufe und muss betrieben werden. Die Effizienz des ERM ist sicher gestellt, wenn das Erreichen der Ziele des ERM-Prozesses durch geeignete ERM-Kontrollen gesichert wird, die effektiv im ganzen Unternehmen funktionieren und innerhalb der entsprechenden Risikoappetitstufe liegen.
Die Betriebseffizienz wird u.a. durch Beurteilung wesentlicher Schwächen im ERM-System gemessen, die während des Geschäftsjahres entdeckt wurden bzw. an wesentlichen Änderungen, die am System vorgenommen wurden.
Wenn das ERM-System für effizient befunden wird, erhalten das Board of Directors und der CEO und CFO von EADS eine angemessene Zusicherung und ihnen wird rechtzeitig mitgeteilt, wieweit EADS vom Erreichen ihrer strategischen und betrieblichen Ziele entfernt ist und dass die Berichterstattung von EADS verlässlich ist und die geltenden Gesetze und Vorschriften eingehalten werden.
Durch die Kombination der folgenden Kontrollen soll eine hinlängliche Gewährleistung der Effizienz des ERM erreicht werden:
| Organisation | ERM-Kontrolle und Erklärungen |
| Board of Directors/Audit Committee | Regelmäßige Überwachung Das Board of Directors und das Audit Committee prüfen und überwachen das ERM-System. |
| Top Managementt | Besprechungen des ERM beim Top-Management Diese Kontrolle ist der wichtigste Schritt des Sub-Prozesses „Compliance“ beim ERN. Alle Ergebnisse der Verfahren zur „Zielsetzung“, „Selbstbewertung“ und „Bestätigung“ werden vom Top-Management der Geschäftsbereiche oder Geschäftseinheiten vorgelegt und auf höchster Ebene bei EADS besprochen und kritisch untersucht. |
| Management | Verfahren mit Bestätigungsschreiben zum ERM Bestätigung des ERM und insbesondere der IC-Effizienz sowie von Mängeln oder Schwachstellen. Der Umfang der Einheiten und Prozesse/Abteilungen, die an den jährlichen Compliance-Verfahren für das ERM teilnehmen, wird durch die Abstimmung der Deckung von EADS-Geschäften mit dem Risikoappetit des Managements bestimmt. |
| ERM-Abteilung | Messen der Effizienz des ERM Effizienz des ERM durch betriebliches Risikomanagement für |
| Unternehmensrevision | Prüfungen des ERM Dem Audit Committee eine unabhängige Zusicherung der Effizienz des ERM-Systems von EADS erbringen. |
| Compliance | Warn-System Nachweise für Mängel des ERM-Systems von EADS liefern. |
ENTWICKLUNGEN IM JAHR 2010 UND AUSBLICK
2010 wurde der Ansatz von EADS in Bezug auf das ERM im Lauf des Jahres weiter entwickelt und ins Unternehmen integriert und wird nun zunehmend als Hilfsmittel beim Management und zur Entscheidungsfindung verwendet. Die Qualität des ERM-Systems hat sich gebessert. Die wichtigsten Grundlagen sind:
- Implementierung einer neuen rechtlichen Struktur und eines stärker strukturierten Prozesses, der in der aktualisierten ERM-Politik von EADS erläutert wird;
- Einrichtung und Fortschritte bei wichtigen konzernweiten Projekten zur Verbesserung des ERM;
- Stärkerer Fokus auf Risikokultur/Verständnis des ERM durch gemeinsame Bemühungen des Top-Management und der ERM-Abteilung, einschließlich ERM-Schulungen;
- Erfolgreicher Abschluss des Compliance-Prozesses für das ERM für 2010, d. h. ERM-Bestätigungsschreiben wurden erhalten und alle Besprechungen zum ERM auf Top-Management-Ebene haben stattgefunden;
- Auswahl eines IT-Hilfsmittels für das ERM auf Konzernebene und integrierte Road-Map.
- Für die Zukunft hat EADS folgende Ziele:
- eine entscheidende Risikoverringerung und Vorantreiben der Nutzung von Chancen durch Verwendung der ERM-Methodik;
- die Qualität des ERM im Unternehmen noch weiter steigern und weitere straffe Messverfahren für die Effizienz des ERM entwickeln;
- das konzernweite IT-Hilfsmittel für das ERM noch weiter implementieren und harmonisieren;
- ein Qualifikationsmodell und eine Laufbahn für Risikomanager schaffen.
EADS bemüht sich um eine kontinuierliche Bewertung und Verbesserung der Effizienz des ERM-Systems beim Einsatz. So führte EADS beispielsweise im Jahr 2010 eine interne Revision verschiedener Geschäftskontrollen durch, die die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften sicherstellen sollen. Auf diesem Gebiet werden zwar weiter Fortschritte gemacht – einschließlich durch Einführung eines revidierten Verhaltenskodex des Konzerns („Integrity & Transparency“) und die Implementierung eines neuen Ethik-Alarmsystems („OpenLine“) im Jahr 2010 –, aber EADS wird dennoch die Empfehlungen dieser Revision nutzen, um künftig ihre Geschäftskontrollen für Compliance zu verstärken; es wurden bereits Entscheidungen über Änderungen der Unterstellungen in der Compliance-Organisation getroffen sowie zur Einführung eines neuen Prozesses, der im Handbuch „EADS Corporate Management Principles and Responsibilities“ („Blaubuch“) enthalten sein wird.
ERKLÄRUNG DES BOARD – GRENZEN
Das Board of Directors ist nach bestem Wissen und Gewissen der Ansicht, dass das interne Risikomanagement und Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung im Jahr 2010 ordnungsgemäß funktioniert hat und eine angemessene Sicherheit dafür bietet, dass die Finanzberichterstattung keine wesentlichen Fehler enthält.
Unabhängig davon, wie gut sie konzipiert sind, haben alle ERM-Systeme natürliche Grenzen, wie Umgehung eingeführter Kontrollen oder deren Aufhebung durch das Management. Aus diesem Grund besteht keine absolute Sicherheit, dass trotz aller Sorgfalt und Anstrengungen das ERM-System und die Verfahren von EADS vollkommen effektiv sind.
VOM ERM SYSTEM ABGEDECKTE GESCHÄFTSPROZESSE
Auf der Grundlage der EADS-Aktivitäten wurden zwanzig hochrangige Geschäftsprozesse innerhalb von EADS identifiziert. Sie gliedern sich in Kernprozesse (Forschung und Entwicklung, Produktion, Verkauf, Kundendienst und Programm-Management), Unterstützungsprozesse (Beschaffung, Personal, Rechnungswesen, Anlagevermögen, Finanzen, Informationstechnologie, Fusionen und Firmenübernahmen, Recht und Versicherung) und Managementprozesse (Strategie, Interne Revision, Controlling, Compliance, Risikomanagement im Unternehmen und Managementkontrollen). Diese Geschäftsprozesse sollen zusammen mit den entsprechenden ERM-Verfahren Prozessrisiken kontrollieren, die potentiell erheblichen Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Nachstehend folgt eine Beschreibung der wichtigsten Geschäftsprozesse auf der jeweiligen Ebene der Zentrale gemäß dem Stand von 2010.
BILANZIERUNG
Den Kern des ERM-Systems von EADS bilden Bilanzierungsverfahren und Steuerungsinstrumente, die die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und der Vorbereitung von Jahresabschlüssen und anderen Finanzinformationen gewährleisten sollen, derer sich das Management bedient und welche den Investoren und anderen Geschäftspartnern von EADS durch Veröffentlichung mitgeteilt werden. Diese Methode, die Planung und Berichterstattung verbindet, hat zum Ziel, die interne Kommunikation und Transparenz zwischen den einzelnen Abteilungen und Organisationseinheiten von EADS zu verbessern.
Das Finanzkontrollmodell von EADS definiert die Planungs- und Berichterstattungsverfahren, die auf alle Geschäftseinheiten des Konzerns Anwendung finden, sowie die Zuständigkeiten des Chief Financial Officer, der für die Entwicklung, Einführung und Überwachung dieser Verfahren zuständig ist. Eine der Hauptaufgaben des Chief Financial Officer ist die Beaufsichtigung der Erstellung des Konzernabschlusses von EADS, welcher wiederum unter der direkten Aufsicht des Chief Accounting Officer („CAO“) erstellt wird. Der CAO trägt die Verantwortung für die Ausführung der Konsolidierungssysteme und -regeln des Konzerns und für die Festlegung der konzernweiten mit IFRS übereinstimmenden Rechnungslegungsrichtlinien, Berichterstattungsregeln und finanziellen Richtlinien, durch welche die Konsistenz und Qualität der Finanzdaten sichergestellt werden sollen, die von den einzelnen Geschäftsbereichen und Geschäftseinheiten gemeldet werden. Die Rechnungslegungsrichtlinien von EADS werden in einem Rechnungslegungshandbuch erklärt, das mit den externen Abschlussprüfern der Gesellschaft abgestimmt worden ist. Änderungen des Rechnungslegungshandbuchs von EADS erfordern die Zustimmung des CAO und wesentliche Änderungen die Zustimmung des Chief Financial Officer oder des Board of Directors (je nach Empfehlung des Audit Committee).
Die Kontrolle der Finanzplanung und Berichterstattungsprozesse erfolgt nicht nur über die Entwicklung konzernweiter Rechnungslegungssysteme und -richtlinien, sondern auch über einen organisierten Prozess, mit dem Daten rechtzeitig von den einzelnen Berichtseinheiten bereit gestellt werden können, so dass aktuelle Hilfsmittel bei der Entscheidungsfindung zur Kontrolle der betrieblichen Leistungen des Konzerns zur Verfügung stehen. Bei diesen Informationen handelt es sich unter anderem um regelmäßige Berichte zum Kassenbestand und zur Liquiditätssteuerung sowie andere Finanzinformationen, die die Basis zukünftiger strategischer und operativer Planung und Kontrolle bilden und die Überwachung der wirtschaftlichen Risiken ermöglichen, die mit den Geschäften des Konzerns einhergehen.
Im Laufe des jeweiligen Berichtszyklus stehen die Chief Financial Officers der Geschäftseinheiten in regelmäßigem Kontakt mit den Chief Financial Officers der Geschäftsbereiche und treffen sich häufig mit dem CAO und seinen zuständigen Mitarbeitern, um die von den Geschäftsbereichen und -einheiten errechneten Finanzdaten zu diskutieren.
Bevor der Konzernjahresabschluss veröffentlicht und den Aktionären zur Genehmigung vorgelegt wird, wird er von den externen Abschlussprüfern von EADS und dem Audit Committee geprüft und dem Board of Directors zur Genehmigung vorgelegt. Vergleichbare Verfahrensweisen gelten für die Erstellung des Halbjahres- und Quartalsabschlusses. Die Abschlussprüfer des Konzerns sind involviert, bevor der Jahresabschluss von EADS dem Board of Directors vorgelegt wird.
Finanzen und Liquiditätssteuerung
Die Finanzmanagementverfahren, die die zentrale Finanzabteilung von der EADS-Zentrale festlegt, helfen dem Management, die mit der Liquidität, den Wechselkursen und den Zinssätzen verbundenen Risiken zu identifizieren und zu bewerten. Die zentralisierten Finanzmanagementverfahren werden auch auf beherrschte Tochtergesellschaften angewendet, mit vergleichbaren Überwachungsverfahren wie für gemeinsam beherrschte verbundene Unternehmen, wie z. B. MBDA.
Cash Management
Eine der Hauptaufgaben der zentralen Finanzabteilung von EADS ist es, die Liquidität zur Finanzierung der betrieblichen Prozesse zu verwalten. Die regelmäßige Liquiditätsplanung liefert zusammen mit der Planungs- und Berichterstattungsabteilung sowie der monatlichen Liquiditätsberichterstattung der zentralen Finanzabteilung dem Management die Informationen, die es zur Überwachung des täglichen Liquiditätsprofils des Konzerns und Einleitung erforderlicher Korrekturmaßnahmen benötigt, um die allgemeine Liquidität sicherzustellen. Um das geplante Liquiditätsniveau aufrecht zu halten und die Liquidität abzusichern, hat EADS ein Cash-Pooling-System eingeführt, mit dem die Barmittel der kontrollierten Tochtergesellschaften täglich auf zentral verwaltete Konten überwiesen werden. Verfahren zur Verhinderung von Zahlungsbetrug wurden konzernweit definiert und mitgeteilt.
Hedge Management
Die Geschäftstätigkeit ist mit einem erheblichen Währungs- und Zinsrisiko verbunden. Die Hedging-Politik des Konzerns wird vom Board of Directors festgelegt und regelmäßig aktualisiert. Um zu gewährleisten, dass die Hedging-Aktivität mit der Hedging-Politik des Konzerns vereinbar ist, werden sämtliche Hedging-Transaktionen von der zentralen Finanzabteilung ausgeführt. Die zentrale Finanzabteilung führt fortwährend Risikoanalysen durch und schlägt den Geschäftsbereichen und Geschäftseinheiten im Hinblick auf das Währungs- und Zinsrisiko entsprechende Maßnahmen vor. Die Tochtergesellschaften sind verpflichtet, ihr Währungs- und Zinsrisiko zusammen mit der zentralen Finanzabteilung von EADS auf Monatsbasis gemäß definierten finanzmathematischen Verfahren zu kalkulieren, zu aktualisieren und zu überwachen. Siehe in dem Registrierungsdokument 2010 „Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage — 2.1.8 Sicherungsgeschäfte“.
Verkaufsfinanzierung
Im Zusammenhang mit bestimmten kommerziellen Vertragsabschlüssen kann EADS Verkaufsfinanzierungsmaßnahmen vereinbaren. In Bezug auf die Verkaufsfinanzierung bei Airbus wird ein jährliches Verkaufsfinanzierungsbudget als Teil des operativen Planungsprozesses von EADS festgelegt. Verkaufsfinanzierungsgeschäfte werden von einer konzernweiten Organisation in Übereinstimmung mit bestimmten Risikobewertungsrichtlinien und unter Einbeziehung des Top-Managements abgewickelt.
VERKAUF
Kommerzielle Vertragsabschlüsse, die EADS-Tochterunternehmen eingehen, können den Konzern wesentlichen finanziellen, operativen und rechtlichen Risiken aussetzen. Zur Kontrolle dieser Risiken implementierte das Management Prüfungsverfahren für Vertragsentwürfe, um sicherzustellen, dass EADS keine wesentlichen kommerziellen Verträge eingeht, die sie einem inakzeptablen Risiko aussetzen oder die nicht mit den Gesamtzielen des Konzerns übereinstimmen. Diese Verfahren umfassen (i) durch das Board of Directors genehmigte Schwellenwerte und Kriterien zur Bestimmung der Profitabilitätsprofile sowie (ii) einen in Auftrag gegeben Vorgenehmigungsprozess für Verträge mit einem hohen Risiko. Verträge, die innerhalb der definierten Schwellenwertkategorien liegen, müssen vom Chief Financial Officer des jeweiligen Geschäftsbereichs genehmigt werden. Verträge, die als „hochriskant“ eingestuft sind, oder die bestimmte Schwellenwerte überschreiten, müssen dem ständigen Commercial Committee (in dem der Chief Financial Officer und der Chief Strategy und Marketing Officer die Chairmen sind und bei möglicher Eskalierung bei Bedarf dem Chief Executive Officer) vorgelegt werden. Dieser Ausschuss ist für die Prüfung des Vertragsangebots verantwortlich und spricht bei Bedarf Empfehlungen aus, auf deren Grundlage der betreffende Geschäftseinheit sein Angebot weiterleiten darf. Im Falle von Airbus werden die Verträge in Abstimmung mit der Corporate Governance von Airbus auf der Grundlage der EADS-Richtlinien, die dem gleichen Prinzip folgen, genehmigt. Wenn EADS die Kontrolle über ein Tochterunternehmen mit einer dritten Partei teilt, ist grundsätzlich das Commercial Committee für die Meinungsbildung von EADS hinsichtlich kommerzieller Vertragsentwürfe verantwortlich.
RECHT
EADS ist überall dort, wo sie geschäftlich tätig wird, unzähligen rechtlichen Bestimmungen unterworfen. Es ist Aufgabe der Rechtsabteilung von EADS, in Zusammenarbeit mit den Rechtsabteilungen der Geschäftsbereiche und Geschäftseinheiten die Konzerninteressen in allen Rechtsfragen aktiv zu fördern und zu verteidigen und jederzeit Rechtssicherheit zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Aufgabe ist die Rechtsabteilung für die Einführung und Beaufsichtigung von Verfahren zuständig, die sicherstellen, dass die Aktivitäten von EADS nicht gegen die jeweils anwendbaren Gesetze, Vorschriften und sonstigen Anforderungen verstoßen. Sie ist außerdem verantwortlich für die Überwachung aller größeren Rechtsstreitigkeiten, die dem Konzern betreffen, einschließlich Rechtsstreits um geistiges Eigentum.
In Zusammenarbeit mit dem Corporate Secretary kommt der Rechtsabteilung von EADS eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Verwaltung (i) der Corporate Governance-Verfahren von EADS und (ii) der juristischen Dokumentation zur Delegation von Befugnissen und Zuständigkeiten zu, welche das EADS-Management und deren IC-Umgebung bestimmen.
UNTERNEHMENREVISION
Die Unternehmensrevision von EADS unter Leitung des Corporate Secretary stellt den Mitgliedern des Executive Committee und des Audit Committee auf Grundlage eines risikoorientierten, genehmigten jährlichen Revisionsplanes Absicherungen bereit. Die interne Revision überprüft (i) das Erreichen der strategischen, finanziellen und betrieblichen Ziele, (ii) die Zuverlässigkeit und Integrität der Berichterstattung des Konzerns, (iii) die Effektivität des ERM-Systems, (iv) die Effizienz und Effektivität der ausgewählten Prozesse, Bereiche oder Funktionen sowie (v) die Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften, internen Richtlinien und Verfahren des Konzerns. Die Unternehmensrevision nimmt außerdem Ad-hoc-Prüfungen vor, die auf Wunsch des Managements erfolgen und sich auf aktuelle (z. B. mutmaßliche betrügerische Aktivitäten) und zukünftige (z. B. Vertragsmanagement und Programmanagement) Risiken konzentrieren.
ZENTRALEINKAUF
Die Leistung von EADS wird in erheblichem Maße durch ihre Zulieferkette bestimmt. Deshalb ist die Beschaffung ein wichtiges Hebelinstrument in den Märkten von EADS.
Die Größe und Komplexität von EADS erfordern einen gemeinsamen Ansatz zur Maximierung der Marktinstrumente und zur Vermeidung von Ineffizienzen im Beschaffungsprozess. Um sicherzustellen, dass die Beschaffung in der effektivsten, effizientesten und unter Beachtung sozialer Standards erfolgt, haben der Leiter des Corporate Sourcing und der Chief Procurement Officers Council eine Reihe gemeinsamer Beschaffungsprozesse definiert, die die gemeinsame Sourcing-Strategie und letztlich die Strategie und Vision des Konzerns unterstützen.
Der gemeinsame Ansatz und die gemeinsamen Abläufe werden dann über Beschaffungsnetzwerke in allen Geschäftsbereichen umgesetzt und optimiert. Diesen Beschaffungsnetzwerken gehören Vertreter aller Geschäftsbereiche von EADS an. Sie sind vom Chief Procurement Officers Council von EADS beauftragt, im gesamten Konzern strategische Beschaffungsbereiche wie Supplier Relationship Management, Common Processes and Tools, Global Sourcing, Joint Procurement, Compliance, Corporate Social Responsibility und Procurement Performance Management festzulegen und einzuführen. Die Beschaffungsprozesse werden regelmäßig in Form von Erfolgsindikatoren, Audits und Selbstbewertungen überprüft und somit stetig hinterfragt und optimiert.
COMPLIANCE
Siehe „Compliance-Organisation“ unten.
EADS Global Website
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